FDP-Fraktionschef Florian Rentsch

Keine Beißhemmung gegenüber CDU

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Florian Rentsch will das FDP-Profil schärfen.

Wiesbaden - Die FDP will bei ihrer Oppositionsarbeit im Landtag näher an die SPD rücken.

Herr Rentsch, Sie waren bereits von 2009 bis 2012 FDP-Fraktionschef. Was müssen Sie bei Ihrer zweiten Amtszeit besser machen? 

Ich muss es vor allem anders machen als vor fünf Jahren. Jetzt wieder an der Spitze der Fraktion mit sechs Abgeordneten zu stehen, ist was ganz anderes als mit 20 Leuten. Nun geht es darum, aus der kleinen Truppe ein schlagkräftiges Team zu formen.

Die CDU regiert mit den Grünen und hat auch ein Bündnis mit der SPD erwogen. Mit wem kann sich die FDP künftig eine Koalition in Hessen vorstellen? 

Wir müssen erst mal unser Profil schärfen. In fünf Jahren müssen wir in der Lage sein, einen Koalitionspartner aufgrund inhaltlicher Schnittmengen wählen zu können. Diese Partei wird keine Festlegungen mehr machen, weil die FDP sonst immer wie die Reserve für eine andere Partei daherkommt. Ich bin nicht in die FDP eingetreten, um einzig Frau Merkel zur Kanzlerin zu wählen.

Können Sie sich eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen vorstellen? 

Dreier Konstellationen sind immer schwierig für alle Beteiligten. Aber ich schließe für die FDP nichts aus.

Wird die FDP in der Opposition gemeinsam mit der Linken Politik machen? 

Wir haben keine Koalition in der Opposition. Die Linken sind kein politischer Verbündeter - und das wird es auch in Zukunft nicht geben. Inhaltlich haben wir keine Schnittmenge. Mit der SPD werden wir einen ordentlichen Draht aufbauen, persönlich, aber auch inhaltlich.

Haben Sie Freunde beim politischen Gegner? 

Ich bin mit Wissenschaftsminister Boris Rhein und Innenminister Peter Beuth von der CDU freundschaftlich verbunden. Zu Torsten Schäfer-Gümbel und Nancy Faeser von der SPD habe ich einen freundschaftlichen Draht.

Wie wird die FDP mit ihrem langjährigen Koalitionspartner CDU umgehen? 

Die CDU werden wir so attackieren wie jeden anderen auch. Wir haben keine Beißhemmungen und werden uns die Regierungsarbeit sehr genau anschauen. Und wir waren schon sehr überrascht, dass die Union drei strategisch wichtige Felder mit Verkehr, Umwelt und Atomaufsicht den Grünen überlassen hat. Man sollte der Partei der Flughafengegner nicht die Zuständigkeit über den Flughafen geben.

Wie wollen die Liberalen in der Opposition punkten? 

Die wichtigsten Felder der FDP werden die Themen Wirtschaft, Bildung, Finanzen, Arbeit und Bürgerrechte sein. Wir wollen gerade bei der Schuldenbremse das Ziel ohne Tricks und Heuchelei erreichen. Dabei werden wir der Regierung stark auf die Finger schauen, aber auch eigene Konzepte vorlegen.

dpa

Quelle: op-online.de

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