Die Macher vom „Elfer“ eröffnen heute ihre neue alternative Location in Sachsenhausen

Feiern auf dem Ponyhof

Wolf Heilig (links) und Thomas Winterscheid wollen vor allem Frankfurter Bands für ihren neuen „Ponyhof“ gewinnen.

Eigentlich war es eine Kurzschlussreaktion. Nicht groß nachdenken, einfach mal aus dem Bauch heraus zusagen und schauen, was passiert. „Ich glaub‘, anders können wir das auch nicht“, meint Wolf. Hinter ihm steht Thomas auf einer Leiter mit dem Pinsel in der Hand und nickt kräftig. „Da muss noch 'ne Lampe hin, oder was meinste?“, ruft einer dem anderen zu.

Die beiden renovieren „Das Bett“, das sie gerade übernommen haben. Nun, eigentlich nur die Räume, die sie mit ihrer eigenen Vorstellung von Gemütlichkeit, guter Musik und einer jungen Szene füllen wollen. „Studentisch, alternativ, leicht verrückt; Leute, die was anderes suchen, als Großraumläden.“ So stellen sich die beiden Macher das Publikum vor im „Ponyhof“.

Angefangen hat alles bei „Rock im Park“: „Da fragte Lee mich, ob wir nicht ‚Das Bett‘ weitermachen wollen“, meint Wolf. „Ich hab‘ das erstmal nicht ernst genommen. Bis Frank angerufen hat.“ Lee arbeitet in der „Batschkapp“. Frank Diedrich betreibt „Das Bett“, das inzwischen in neuer Location in der Schmidtstraße eröffnet hat. Man kennt sich eben untereinander. Wolf und Thomas schmeißen seit anderthalb Jahren den „Elfer“, die Rockkneipe neben der „Batschkapp“. Doch der Reihe nach.

Wolf und Thomas sind zwei junge Frankfurter – bunt wie die Klappergasse selbst, in der heute Abend der neue Club eröffnet. Wolf Heilig, 31 Jahre alt, hatte seine erste Band mit 20. Daher auch seine unbändige Liebe zur Rockmusik. Dann machte er eine Ausbildung zum Ton- und Veranstaltungstechniker. Und Thomas Winterscheid (29), in Hongkong geboren, aufgewachsen aber in Bad Homburg, hat immer vom eigenen Laden geträumt und war mit 16 zum ersten Mal in Frankfurt. „In der ‚Batschkapp' natürlich.“ Zusammen veranstalten die Freunde seit Jahren Konzerte über die gemeinsame Agentur „Get in the Ring“. Und eigentlich, das sagt Wolf als wäre es gar nichts, haben sich die beiden über eine gemeinsame Ex-Freundin kennen gelernt.

Lee, Frank, der Anruf - der Rest, der noch zum „Ponyhof“ fehlt, hängt nun nur noch an Thomas‘ Pinsel, an einigen neuen Lampen und ein wenig Stoff, den die Beiden noch über die Wände ziehen wollen. „Bessere Resonanz“, sagt Wolf knapp. Musik-Versteher eben. Überhaupt, die Musik – um die soll sich hier alles drehen. „Weiterhin“, betont Wolf. Im Hinblick auf „Das Bett“, im Hinblick auf Sachsenhausen und im Hinblick auf die schließenden Kneipen im Quartier.

„So was darf nicht verfallen“, setzt Wolf hinzu. Deshalb sollen im „Ponyhof“ auch Frankfurter Bands spielen. Los geht‘s am Wochenende aber erstmal mit dem schwedischen Singer-Songwriter Björn Kleinhenz, den Combos „Das Bierbeben“ und „The toten Crackhuren im Kofferraum“. „Alles spaßiger Elektro“, so Wolf.

Bleibt letztlich nur noch eine Frage: Warum gerade „Ponyhof“? Natürlich denkt man da an den recht sinnfreien, aber in kürzester Zeit populär gewordenen Satz vom „Leben, das kein Ponyhof ist“. Wolf winkt sofort ab: „Ja, ich weiß, der Spruch ist schon ziemlich ausgelutscht, willst Du sagen.“ In der Tat. Eines Abends saßen die beiden Macher zusammen und brüteten über einem knalligen Namen, etwas das fetzt, vor allem nach einem Namen wie „Das Bett“. „Irgendwann hat Thomas dann was gesagt“, erzählt Wolf und erinnert sich an seine Antwort: „Das ist so scheiße, dann können wir‘s auch gleich ‚Ponyhof‘ nennen.“

MARKUS BULGRIN

„Ponyhof“, Klappergasse 16, http://www.ponyhof-club.de. Die Eröffnungsfeier startet heute Abend, 20 Uhr. Mit dabei sind „Trip Fontaine“ und „Napoleon Arkestra“.

Quelle: op-online.de

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