Feinste Stöffche aus aller Herren Länder

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Apfelwein in der Dose

Frankfurt ‐ Der Apfelwein-Kosmos endet nicht an den hessischen Landesgrenzen. Er umfasst die ganze Welt. So wünscht es sich zumindest der „Stöffche“-Liebhaber.  Von Christian Riethmüller

Bis Apfelwein auch am Amazonas oder in Zentralafrika gereicht wird, mag zwar noch manches Jahrzehnt vergehen, doch ansonsten kann der Suchende nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern oder gar in Nordamerika Enklaven finden, in denen noch die Kunst des Kelterns betrieben wird.

Die beiden Apfelwein-Liebhaber Andreas Schneider und Michael Stöckl haben es sich zum Ziel gesetzt, die Apfelweinkultur in ihrer Vielfalt zu präsentieren und dafür die internationale Jahrgangspräsentation „Apfelwein im Römer“ ins Leben gerufen, die im vergangenen Jahr das erste Mal in den Römerhallen im Frankfurter Rathaus veranstaltet wurde.

Die „Jahrgangspräsentation Apfelwein im Römer“ in Frankfurt ist am Sonntag von 14 bis 18 Uhr fürs Publikum geöffnet. Bereits von 12 Uhr an sind die Türen für Fachbesucher geöffnet. Karten im Vorverkauf kosten 20 Euro, die Tageskarte ist für 25 Euro erhältlich. Neben der Verkostung sind im Preis auch Wasser und Brot enthalten.

Zur zweiten Auflage an diesem Sonntag (7. März) werden nun 37 Spitzenkelterer und Manufakturen aus ganz Europa im Römer erwartet. Die wollen dort gut 150 Apfelwein-Spezialitäten vorstellen. Darunter finden sich Säfte, Schaumweine, Cidres, Eisweine, Sherrys, Ports und edle Brände - allesamt aus Äpfeln gewonnen -, aber auch Senf, Eis oder gar Apfelwein-Seife.

Die beiden Initiatoren wollen mit der Präsentation aber nicht nur zeigen, was alles aus Äpfeln gewonnen werden kann, sondern auch auf die Fortschritte hinweisen, die ambitionierte Keltereien mittlerweile erreicht haben.

Deren Spitzenerzeugnisse könnten sich auch in der gehobenen Gastronomie behaupten, was Schneider und Stöckl im Vorfeld der Präsentation zu beweisen versuchen, wenn sie im bekannten Restaurant „Ente“ im Nassauer Hof in Wiesbaden ein internationales Apfelwein-Menü von Sterne-Koch Michael Kammermeier zubereiten lassen, bei dem sortenreine, mit Lagenbezeichnung und Jahrgang versehene Schoppen ausgeschenkt werden - ganz so, wie man es sonst von Traubenweinen gewöhnt ist.

Image des Apfelweins aufpolieren

Diese Spezialitäten lassen sich am Sonntag auch an den Informationsständen der Keltereien in den Römerhallen verkosten. Dort präsentieren sich nicht nur die bekannten Hersteller aus der Rhein-Main-Region, sondern auch kleine Produzenten sowie internationale Manufakturen wie der französische Cidre-Spezialist Eric Bordelet aus der Normandie, der Schweizer Kelterer Jacques Perritaz, der teils wilde Apfelsorten verarbeitet, oder mit Yablochny Spas gar eine Kelterei aus Moskau.

Weitere Informationen auf der Internetseite zur Jahrgangspräsentation

Zu Gast ist aber auch die Apfelweinmarke „Bembel-with-care“ aus dem Odenwald, die eher mit einem neuen Vermarktungskonzept als mit Spezialitäten punkten will. Dieses „Stöffche“ wird in Dosen vertrieben und soll ein junges Publikum für Apfelwein begeistern. Was Puristen möglicherweise entsetzen mag, ist aus der Idee entstanden, dem etwas angestaubten Image des Apfelweins eine neue Politur zu verpassen.

Quelle: op-online.de

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