Ferienende in Hessen

Viele Änderungen zum neuen Schuljahr

Wiesbaden - Das Turbo-Abi in acht Jahren bieten im neuen Schuljahr noch weniger Schulen an. Die Deutschförderung für Flüchtlingskinder und die Betreuung am Nachmittag bekommen dafür ein stärkeres Gewicht.

Nach sechs Wochen Sommerferien beginnt für die etwa 800.000 Schüler und rund 60.000 Lehrer in Hessen nächste Woche wieder der Alltag im Klassenzimmer. Trotz des gescheiterten Bildungsgipfels gibt es mehrere Veränderungen im Schuljahr 2015/16. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) will am kommenden Freitag alle Details zum neuen Schuljahr präsentieren. Einige wichtige Weichen wurden bereits vorab gestellt:

G8/G9: Die Zahl der G8-Gymnasien geht weiter zurück. Nur noch 20 Schulen in Hessen werden ein Abitur nach acht Jahren (G8) anbieten. Dabei handelt es sich um 17 reine Gymnasien und drei kooperative Gesamtschulen. Im abgelaufenen Schuljahr hatte es 170 Schulen mit G9- und 33 mit G8-Angebot im Land gegeben. Bei 18 Schulen lief der Schulversuch mit einem Parallelangebot. Der Wechsel von G8 zum Abitur nach neun Jahren ist möglich, wenn die Schulkonferenz das einstimmig beschließt.

PAKT FÜR DEN NACHMITTAG: An 58 Grundschulen in sechs Pilotregionen in Hessen wird eine verlässliche Betreuung der Kinder bis 15 oder sogar 17 Uhr erprobt. Das Land arbeitet dabei mit den Landkreisen als Schulträgern zusammen. 145 Lehrerstellen werden für die Startphase vom Land zur Verfügung gestellt. Auch die Kommunen müssen Personal besteuern. Die Eltern bezahlen für die zusätzliche Betreuung. Weitere 85 Lehrerstellen wandern in den sonstigen Ausbau der Ganztagsbetreuung.

ISLAMISCHER RELIGIONSUNTERRICHT: Als erstes Bundesland führte Hessen im Schuljahr 2013/2014 den islamischen Religionsunterricht ein. Zuletzt waren 35 muslimische Lehrkräfte an 38 Grundschulen für 1180 Kinder im Einsatz. Nachdem zunächst nur Kinder aus der ersten und zweiten Klasse unterrichtet wurden, wird das Angebot nun auf die dritte Klasse ausgeweitet. INKLUSION: Für die Inklusion, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern in der Schule, wird das Land mehr Lehrerstellen einsetzen. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) will die Stellen aus der sogenannten demografischen Rendite nehmen - das sind also Lehrerstellen, die trotz sinkender Schülerzahlen erhalten bleiben.

SPRACHFÖRDERUNG FÜR FLÜCHTLINGE: Das Zukunftsthema des Landes. Der Kultusminister hat wegen der steigenden Zahl von Flüchtlingen mehr Lehrerstellen für Deutschförderkurse zugesagt und dafür ebenfalls Ressourcen aus der demografische Rendite ins Spiel gebracht. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht. Die Lehrergewerkschaft GEW moniert, dass die Zahl der Unterrichtsstunden in den Klassen für intensives Deutschlernen zum neuen Schuljahr in der Sekundarstufe I erneut von 25 auf 22 gekürzt werden.

Quelle: op-online.de

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