Bauarbeiten voraussichtlich 2018 beendet

Fernbusbahnhof im Plan

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Reisende steigen in Frankfurt in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs in einen Fernbus. Die Bauarbeiten für den geplanten Fernbusbahnhof in der Stadt sind zwar im Plan, aber noch geht es recht unübersichtlich und provisorisch zu.

Frankfurt - Großstädte wie Berlin, Hamburg und München haben längst einen Fernbusbahnhof. In Frankfurt soll er bis 2018 fertig sein. Noch ist auf dem Areal am Hauptbahnhof aber Improvisation gefragt. Von Ira Schaible 

Ein riesiges Stahlgerüst ragt auf dem Parkplatz an der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofs in den Himmel. Fernbusse und Reisende mit Koffern und Taschen bahnen sich zwischen kleinen Baustellen, Taxis und anderen Autos ihren Weg. In Frankfurt entsteht voraussichtlich bis 2018 ein neuer zentraler Fernbusbahnhof. Die Bauarbeiten sind in Gange – noch ist aber vieles provisorisch.

Reisende stehen in Trauben auf den Bürgersteigen und warten auf die Abfahrt eines der dicht an dicht stehenden Busse. Dazwischen Fahrgäste, die einen Zwischenstopp nutzen, um eine Zigarette zu rauchen oder frische Luft zu schnappen. Anzeigetafeln, Sitzbänke, Wartehäuschen gegen Regen, Toiletten und einen Kiosk gibt es nicht. „In Frankfurt ist es eine Katastrophe“, sagt Fahrer Oner Sadik, der mit einem Fernbus auf der Linie Stuttgart-Berlin unterwegs ist. „Die Leute finden die Busse nicht, und die Busfahrer finden ihre Fahrgäste nicht.“ Die Gefahr sei stets, dass ein Fahrgast stehen bleibe oder der Bus mit Verspätung abfahre, weil man noch fehlende Reisende suche. Zum Parken sei es zudem „sehr, sehr eng.“ In den Straßen, die um den Parkplatz führen, steht ein Bus hinter dem anderen – wenn möglich auf beiden Seiten. Derzeit sei noch vieles provisorisch, sagt Gregor Hintz vom Marktführer MeinFernbus FlixBus. Sein Unternehmen setze daher Personal ein, das alles für die Fahrt ordne.

Vor allem jüngere Fahrgäste scheint der mitunter chaotisch anmutende Trubel wenig zu stören. „In einer Großstadt ist das wahrscheinlich nicht anders machbar“, sagt Delia (22) aus Hockenheim, die mit einer Freundin von Mannheim nach Hamburg fährt. „Es gibt allerdings schönere Stationen.“ Der 20 Jahre alte Philosophie-Student Philip, der zurück auf dem Weg nach Berlin ist, findet: „Es geht eigentlich.“ Allerdings: „In Berlin ist es schon viel besser, da gibt es große Anzeigetafeln.“ Manfred Werfel, der seinen Sohn zum Bus gebracht hat, sagt: „Man weiß nicht auf Anhieb, wo der Fernbus abfährt.“

14 Halteplätze für Fernbusse sollen bis 2018 auf dem Parkplatz entstehen, die ersten vier bis zum Frühjahr. Auch um Platz zu schaffen, wird in dem fünfstöckigen Stahlgerüst ein Interims-Parkhaus errichtet - mit Fahrradstellplätzen und -werkstatt. „Die Bauarbeiten sind im Plan“, sagt Frank Junker, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding, die das Parkhaus und den Busbahnhof betreiben wird. Die Eröffnung des Parkhauses sei bis Ende März geplant.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Sechs weitere Busbahnsteige könnten voraussichtlich im Frühjahr 2017 in Betrieb genommen werden, heißt es auf der Homepage von CA Immo, dem Projektentwickler, der rund 8,5 Millionen Euro in den Bau des Parkhauses und des Fernbusbahnhofs investiert. Ende 2018 solle der Fernbusbahnhof mit 14 überdachten Plätzen, einem Ticketverkauf, einem Café, einer Verkaufsstelle für Reisebedarf sowie Toiletten dann fertig sein.

„Das neue Terminal wird für die Fahrgäste der Fernbusse den Komfort an der Haltestelle deutlich verbessern“, sagt Hintz von MeinFernbus FlixBus. „Wir freuen uns, dass unser Dialog, den wir seit Ende 2012 mit der Stadt führen, in so einem Bauprojekt mündet.“ Die Fläche sei durch die direkte Nachbarschaft zum Nah- und Fernverkehr sehr gut geeignet.

Auf dem Gelände entstehen auch zwei neue Hotels. Ein japanisches Business-Hotel der „Toyoko Inn“-Gruppe mit rund 430 Zimmern soll bereits in den nächsten Wochen eröffnen – direkt gegenüber des Interims-Parkhauses. Am Südausgang des Hauptbahnhofs baut CA Immo nach eigenen Angaben bis Ende 2018 das siebte Haus der Steigenberger Hotel Group in der Messestadt – mit rund 400 Zimmern und etwa 80 unterirdischen Parkplätzen.

dpa

Quelle: op-online.de

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