35 Monate für Ferrero-Erpresser

Frankfurt - Wegen der versuchten Erpressung des Süßwarenherstellers Ferrero ist ein Gastwirt heute zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt berücksichtigte in seinem Urteil das zu Prozessbeginn abgelegte Geständnis des aus dem Sauerland stammenden 56-Jährigen.

Er hatte eingeräumt, im November 2008 ein Päckchen mit vergifteten Ferrero-Produkten an die Geschäftsleitung des Unternehmens geschickt zu haben. Die Pralinen und die Schoko-Creme enthielten das Schädlingsbekämpfungsmittel Schneckenkorn, das in dieser Dosis allerdings keine lebensgefährlichen Auswirkungen gehabt hätte. Gleichwohl ging die Firmenleitung zum Schein auf die Forderung des Erpressers ein, 850 000 Euro in einem Kleingartengelände in Lünen an der Lippe zu vergraben. In einem weiteren Erpresserschreiben forderte der Mann schließlich sogar 950 000 Euro. Kurze Zeit später wurde er jedoch festgenommen, als er gerade in einem Internet-Café eine Erpresser-Mail verfasste.

Finanzielle Probleme als Motiv

Vor Gericht gab der Mann finanzielle Schwierigkeiten als Motiv an. Er habe seine gesamte Altersversorgung an einen Betrüger verloren. Trotz des Geständnisses und eines Entschuldigungsbriefes an Ferrero verhängte die Strafkammer keine Bewährungsstrafe, wie von der Verteidigung gefordert. Schon wegen der abschreckenden Wirkung auf Nachahmer müsse eine fühlbare Haftstrafe ausgesprochen werden, sagte die Vorsitzende Richterin. In der Geschäftsleitung von Ferrero „wurde einiges an Panik ausgelöst durch die Tat“, sagte sie. „Und das auch noch im Vorweihnachtsgeschäft.“ Im Strafmaß blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte viereinhalb Jahre Haft beantragt.

dpa

Quelle: op-online.de

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