Mario Kramer seit 25 Jahren Sammlungsleiter

Feuer und Flamme für moderne Kunst

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Jean-Christophe Ammann lotste ihn an den Main Sammlungsleiter Mario Kramer kann zu vielen Exponaten in den drei Ausstellungshäusern des Frankfurter Museums für Moderne Kunst Geschichten erzählen.

Frankfurt - Seit Gründung des Museums für Moderne Kunst MMK leitet Mario Kramer die Sammlung. Seine Arbeit, sein enger Kontakt zu den Künstlern sind Privileg und Herausforderung zugleich. Und für Kramer das Schönste, das er sich vorstellen kann. Von Anja Prechel

„Kurator zu sein ist der Glücksfalls meines Lebens“, sagt Mario Kramer, während er treppauf, treppab durchs Haupthaus des MMK in der Domstraße führt, mit flotten Schritten von einem Raum in den nächsten. Bilder, Grafiken, Skulpturen, Namen. Und immer wieder die Geschichten, die dahinter stecken. Kramer erzählt voller Leidenschaft. Über Künstler und ihre Werke, wie er zur Kunst kam, wie er ans MMK kam, wie er Sammlungsleiter wurde, warum er immer noch da ist, 25 Jahre am selben Haus, Mitarbeiter der ersten Stunde und damit glücklich. Sich den lieben langen Tag über Bücher zu beugen - für ihn undenkbar. Noch heute führt der Sammlungsleiter immer dienstags um 16 Uhr zu verschiedenen Themen durchs Haus.

Sein Wunsch, in einem Museum zu arbeiten, keimte in den späten 1980ern, als Kramer freier Mitarbeiter beim Kunstverein Hamburg war. „Ich habe in vieles hinein geschnuppert und dabei gelernt, was ich nicht will.“ Seine Liebe zur Kunst entdeckte er während seiner Schulzeit am Bodensee. Seine Eltern, weniger kunstbeflissen, dafür umso sportbegeistert, hätten ihren Sohn lieber erfolgreich auf dem Tennisplatz gesehen. Doch Kramers Lehrerin Julia Rau hatte mit ihrem Unterricht in Kunstgeschichte und Architektur genau seinen Nerv getroffen. Kramer studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Kulturwissenschaften in Freiburg, und damit ganz nah an den damaligen Epizentren der Modernen Kunst Basel und Zürich, später ging er an die Universität Hamburg.

Und dann rief Jean-Christophe Ammann an. „Kommen Sie mal nach Frankfurt, wir müssen uns über Ihre Zukunft unterhalten“, sagte der designierte Direktor des MMK. Ammann war über Kramers wissenschaftliche Arbeit zu Beuys auf den Kunsthistoriker aufmerksam geworden. Ammann sprach von zehn Jahren am MMK. „Der Mann muss verrückt sein“, dachte Kramer. Er war jung, zehn Jahre eine unvorstellbare Dimension. „Natürlich habe ich ja gesagt.“

Aus unvorstellbaren zehn Jahren wurden unglaubliche 25. Und noch immer freut sich Mario Kramer jeden Tag auf ein anderes Projekt, das er in Angriff nehmen kann. Als Sammlungsleiter betreut und katalogisiert er die Sammlung des Hauses, das Peter Roehr Archiv und das Ammann Archiv. Er bearbeitet Leihanfragen, kuratiert Ausstellungen in allen drei Häusern des MMK. Zudem ist er betraut mit dem Kauf neuer Werke. Im Fokus stehen dabei weniger Einzelstücke, sondern vielmehr Werkgruppen. Manchmal lädt das MMK die Künstler ein, im Haus selbst für die Museumsarchitektur spezifische Werke zu realisieren. So sind Hauptwerke für die Sammlung entstanden, die man nur im MMK sehen kann.

In den 25 Jahren, die Kramer nun am MMK ist, wagte das Haus mehr und mehr. Sammelte und zeigte man in den Anfangsjahren hauptsächlich europäische und amerikanische Kunst, spielen Künstler aus Afrika, Indien oder Südamerika heute eine immer größere Rolle. Die Beschäftigung mit anderen Kulturen empfindet der Sammlungsleiter als extrem anregend. Ist der Privatmann Kramer auf Reisen, besucht er mit Begeisterung Völkerkundemuseen, auch Häuser mit universellem Anspruch wie das Landesmuseum in Darmstadt liebt er sehr. Dort führt er noch immer durch den „Block Beuys“, den weltweit größten, authentischen Werkkomplex des Künstlers. Und doch reicht für Mario Kramer nichts an das MMK heran. „Es ist für mich ein permanenter Ort der Diskussion, der Konferenz, des Austauschs. Es wird nie langweilig. Hier zu arbeiten, ist das Schönste, das ich mir vorstellen kann.“ (pia)

Quelle: op-online.de

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