Pandemie

FFP2-Masken zum Schutz vor dem Corona-Virus: Das müssen Sie jetzt wissen

Im Nahverkehr, Geschäften und Gottesdiensten in Hessen müssen künftig medizinische Masken getragen werden. Gutscheine für FFP2-Masken werden an Millionen Menschen versandt.

  • In Hessen werden beim Einkauf und im Nahverkehr medizinische Masken bald Pflicht.
  • Angehörige der Risikogruppen bekommen Gutscheine für FFP2-Masken zugestellt.
  • Das müssen Sie nun über Verwendung und Verfügbarkeit von FFP2-Masken wissen.

Update vom Donnerstag, 21.01.2021, 13.47 Uhr: Aufgrund der künftig geltenden Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken – auch in Hessen – erhöht der Bund die Anzahl der zugestellten FFP2-Masken. Der Deutschen Presse-Agentur zufolge werden die Krankenkassen dafür Gutscheine an all jene verschicken, die im Falle einer Corona-Infektion besonders gefährdet sind. Nach einem Abgleich mit Versichertendaten der Krankenkassen sollen nun 34,1 Millionen Bürger Gutscheine für insgesamt zwölf FFP2-Masken zugesandt bekommen.

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) können die Schutzmasken künftig unter Vorlage des Gutscheins in Apotheken abgeholt werden. Vorgesehen ist derzeit ein Eigenanteil von zwei Euro für je sechs Masken. Auch wenn FFP2- und OP-Masken den höchsten Schutz vor einer Corona-Infektion bieten, ist damit keine hunderprozentige Sicherheit gewährt.

Die FFP2-Masken sind im Nahverkehr und beim Einkaufen Pflicht. (Symbolbild)

FFP2-Masken zum Schutz vor dem Corona-Virus: Das müssen Sie wissen

Update vom Mittwoch, 20.01.2021, 18.05 Uhr: In Hessen treten am Samstag (23.01.2021) teils strengere Corona-Regeln in Kraft. Der verlängerte Lockdown gilt zunächst bis zum 14. Februar. Das kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch (20.01.2021) an. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Gottesdiensten wird die Maskenpflicht verschärft. Hier müssen künftig medizinische Masken getragen werden. Neben FFP2-Masken zählen dazu auch OP-Masken. Ein Tuch, Schal oder eine Stoffmaske reichen nicht mehr aus.

Corona in Hessen: Unterstützung bei Beschaffung von FFP2-Masken

„Wir werden auch zur Verschärfung der Maskenpflicht im ÖPNV nochmals Verteilaktionen starten, bei der wir medizinische Masken an Fahrgäste ausgeben“, sagte eine Sprecherin des Rhein-Main-Verkehrsverbund. „Wann und wo diese Masken verteilt werden können, erarbeiten wir derzeit.“ Außerdem werde intensiv geprüft, wie Fahrgäste kurzfristig bei der Beschaffung von FFP2-Masken unterstützt werden könnten.

Apotheker in Hessen erwarten derweil eine steigende Nachfrage nach höherwertigen Masken. „Ich gehe davon aus, dass sich mehr Leute mit Masken eindecken“, sagte eine Sprecherin des Hessischen Apothekerverbands in Offenbach. Die Apotheken hätten solche Masken vorrätig. „Sie sind aufgrund der Gratisabgabe an Risikopatienten gut bevorratet“, erklärte die Verbandssprecherin. Bei Engpässen könne man innerhalb weniger Tage Nachschub bekommen, die Lieferanten seien zuverlässig. Der Verband empfiehlt, beim Kauf auf eine seriöse Bezugsquelle zu achten. Ein sehr niedriger Preis sei ein Warnzeichen.

Hessen: Corona-Kabinett der Landesregierung berät am Mittwoch

Update vom Dienstag, 19.01.2021, 15.05 Uhr: Wie geht es weiter in Sachen Maskenpflicht? Darüber diskutieren Bund und Länder aktuell beim Corona-Gipfel. Einer Beschlussvorlage des Kanzleramts zufolge sollen in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften medizinische Masken verbindlich vorgeschrieben werden – also mindestens sogenannte OP-Masken. Eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken nach FFP2-Standard soll es demnach aber nicht deutschlandweit geben. Wie Hessen mit dieser Regelung umgehen wird, ist noch offen. Dazu wird das Corona-Kabinett der Landesregierung am Mittwoch (20.01.2021) beraten.

Mega-Lockdown in Hessen wegen Corona: Kommt verschärfte Maskenpflicht?

Erstmeldung vom Montag, 18.01.2021, 18.22 Uhr: Wiesbaden – Hessen steht vor dem Komplett-Lockdown. Am Dienstag (19.01.2021) beraten sich Bund und Länder über weitere und verschärfte Maßnahmen bei der Bekämpfung von Corona. Im Fokus steht dabei vor allem die Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Corona-Varianten aus Großbritannien und Südafrika. Bis Mitte Februar sollen die neuen Regelungen gelten, berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Erste Details sind schon vor dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder durchgesickert. So könnte in ganz Deutschland eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr greifen. Bei den Beratungen zwischen Bund und Ländern werde man „auch aus Großbritannien die Wissenschaftler dabei haben. Da wird es darum gehen: Welche Erkenntnisse habt ihr? Dann muss man schauen: Was geht in der Praxis?“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in der ARD-Sendung „Anne Will“. Seiner Meinung nach könne man den Menschen aber nicht von heute auf morgen sagen, dass sie zu Hause bleiben sollen. „Ich bin für Homeoffice, aber gegen Bürokratie“, sagte Bouffier.

Die FFP2-Masken sollen im Nahverkehr und beim Einkaufen Pflicht werden.

Corona in Hessen: Werden FFP2-Masken im Nahverkehr und beim Einkaufen Pflicht?

Im Kampf gegen Corona soll außerdem die Maskenpflicht verschärft werden. Diese gilt in Hessen seit dem 27. April 2020. Bislang galt als Maske ein Stoff- oder Kleidungsstück, das sowohl Mund als auch Nase vollständig bedeckt. Die Maske muss weder genormt noch zertifiziert sein. Ein ins Gesicht gezogener Schal erfüllt diese Bedingungen beispielsweise auch. Als neue Vorgabe könnte die Nutzung vom öffentlichen Nahverkehr und das Einkaufen nur noch mit FFP2-Masken möglich sein. Diese Regelung gilt bereits seit Montag (18.01.2021) in Bayern und könnte als Vorbild auch für Hessen dienen.

Das hat in Hessen bereits für Engpässe bei der Verfügbarkeit von FFP2-Masken gesorgt. Ernst Meyer von der Fasanen-Apotheke in Hanau erzählt: „Wir hatten jetzt schon mehrere Kunden, die aus Bayern hierherkamen, um FFP2-Masken zu kaufen“, so Meyer, „sie sagen, dass in einigen Apotheken in Bayern die Masken schon ausverkauft waren.“ Allerdings habe auch die kostenfreie Ausgabe der FFP2-Masken die Nachfrage extrem erhöht.

  • Hier gilt in Hessen die Maskenpflicht (sofern geöffnet):
  • in den Publikumsbereichen aller öffentlich zugänglichen Gebäude
  • in allen Arbeits-und Betriebsstätten; außer am Platz, sofern ein Abstand von 1,5 Meter zu weiteren Personen eingehalten werden kann
  • in Gebäuden des Groß- und Einzelhandels, Wochenmärkten, Direktverkaufsstellen und Ladenstraßen
  • Poststellen
  • Banken und Sparkassen
  • Tankstellen
  • Wäschereien und ähnlichen Einrichtungen
  • in Betrieben mit körpernahen Dienstleistungen
  • in gastronomischen Einrichtungen
  • in Übernachtungsbetrieben in allen Bereichen mit Publikumsverkehr
  • in Fahrzeugen des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs sowie auf Bahnsteigen und an Haltestellen
  • in Fahrzeugen, wenn sich im Fahrzeug Personen befinden, die mehr als zwei Hausständen angehören
  • in Hochschulen, Berufsakademien und Musikakademien
  • bei Angeboten der Kinder-und Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit in geschlossenen Räumen
  • bei Zusammenkünften von Glaubensgemeinschaften sowie Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen
  • Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen

FFP2-Maske: Höherer Schutz, hohe Kosten

FFP2-Masken sind europaweit genormt und müssen mindestens 95 Prozent der gefährlichen Partikel filtern. Sie dienen bei der Verhinderung einer Infektion mit Corona in erster Linie dem Eigenschutz. Laut des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird geprüft, wie viel Aerosol und kleinere Tröpfchen einer mittleren Größe von 0,6 Mikrometern durch die Maske gelangen. Eine elektrostatisch aufgeladene Filterschicht hilft dabei, auch kleinere und gefährlichere Partikel aufzufangen.

Eine FFP2-Maske bietet höheren Schutz vor einer Ansteckung mit Corona.

Aufgrund des höheren Widerstands fällt das Atmen mit einer FFP2-Maske allerdings schwerer als mit einem herkömmlichen Mund-Nasen-Schutz. Da die Filterleistung bei der Befeuchtung durch die Atmung allerdings nachlässt, wird empfohlen, die FFP2-Masken nicht wiederzuverwenden. Auf keinen Fall sollten bereits verwendete FFP2-Masken an andere Personen weitergegeben werden. Bei häufiger Notwendigkeit, eine FFP2-Maske tragen zu müssen, kommen allerdings hohe Kosten auf die Menschen in Hessen zu, sollte die FFP2-Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr kommen. Die Preise könnten aufgrund der zu erwartenden hohen Nachfrage weiter explodieren. Im Drogeriemarkt ist eine Packung mit fünf FFP2-Masken derzeit für 12,95 Euro zu haben.

Schutz durch FFP2-Maske: Einfaches Küchengerät hilft bei Reinigung

Es ist jedoch möglich, die FFP2-Maske zu reinigen und somit im Kampf gegen Corona mehrmals zu verwenden. Wissenschaftler der University of Illinois haben herausgefunden, dass 50 Minuten trockene Hitze im Reis- oder Multikocher ausreichen, um die Masken von innen und außen zu dekontaminieren, ohne dass die Filterleistung oder Passform darunter leiden. (Erik Scharf) fnp.de, merkur.de und wa.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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Rubriklistenbild: © dpa/Sven Hoppe

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