Hessische Schulkinowochen feiern im März Jubiläum

100 Filme an 80 Orten

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Coole Sache: Bei den Schulkinowochen können Kinder und Jugendliche die Faszination Kino erleben.

Frankfurt/Offenbach - Im Jubiläumsjahr legen sich die Organisatoren der Schulkinowochen Hessen besonders ins Zeug: Landesweit werden vom 7. bis 18. März zur zehnten Auflage insgesamt 80 Kinos zu außergewöhnlichen Lernorten – so viele wie noch nie. Von Harald H. Richter 

790 geplante Vorstellungen, von denen 420 bereits ausgebucht sind, mit mehr als 100 Filmen stehen auf dem Spielplan. Darauf findet sich als Glanzpunkt parallel zum Deutschland-Start in den Lichtspielhäusern Hans Steinbichlers Regiewerk „Das Tagebuch der Anne Frank“ – mit Lea van Acken, Martina Gedeck und Ulrich Noethen prominent besetzt. Hessens Kultusminister Prof. Alexander Lorz stellte am Freitag im Deutschen Filminstitut in Frankfurt das mit „Vision Kino“ entwickelten Programm vor. Die Gesellschaft zur Förderung der Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen unterstützt das Projekt. „Dadurch bringen wir der jungen Zielgruppe Kino als einzigartigen Lern- und Kulturort nahe“, sagte ihr Sprecher Michael Jahn.

Mit 780 Lichtspielhäusern im Verbund, ermöglicht der gemeinschaftliche Kinobesuch der Zielgruppe eine besondere Dynamik des Lernens. Das bekräftigte auch die Projektleiterin der Schulkinowochen Hessen, Sabine Imhof. Seit 2007 nahmen landesweit 1 350 Schulen und rund 400 000 Kinder und Jugendliche mit ihren Lehrern teil. Mit mehr als 62 000 Besuchern setzte das Projekt 2015 eine neue Rekordmarke. Zum Vergleich: 41 000 Besucher waren es im ersten Jahr.

Die Direktorin des Deutschen Filminstituts, Claudia Dillmann, ist stolz auf die Qualität des Angebots. „Auch diesmal wollen wir junge Menschen im reflektierenden filmischen Sehen schulen und sie für filmsprachliche Mittel und deren Wirkung sensibilisieren.“ Umfassende Begleitmaterialien, mit denen bereits im Vorfeld des Kinobesuchs im Unterricht gearbeitet wird, schärfen den Blick für nahezu alle cineastischen Genres. Das breite Spektrum zeitgenössischer Kinderfilme und Klassiker wird ebenso abgedeckt wie der Bereich dokumentarischer Sonderformen, etwa zu den Themen „Kamera und Licht“ sowie „Lebensraum schwindet“. Erstmals sollen Filme über Flucht, Vertreibung und Asyl sowie zur Integration aktuelle politische Themen in den Fokus nehmen. Dillmann geht davon aus, dass „Filme gänzlich ohne Worte“ besonders für Intensivklassen, in denen Flüchtlingskinder Deutschunterricht bekommen, interessant sein dürften. Zu ihnen gehört der Oscar-nominierte Animationsstreifen „Der Junge und die Welt“.

Die Schulkinowochen werden mit 130 000 Euro aus öffentlichen Fördertöpfen unterstützt, unter anderen aus dem Wissenschaftsetat des Landes sowie durch 22 000 Euro aus der Staatskanzlei. Bespielt werden auch Kinos in Dreieich-Sprendlingen, Hanau, Langen, Offenbach und Seligenstadt.

Quelle: op-online.de

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