Filmfest in Frankfurt

„Nippon Connection“: Mekka für Japan-Fans

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Tadanobu Asano wird in Frankfurt mit dem „Nippon Honor Award“ geehrt, zu sehen ist er unter anderem im Film „My Man“.

Frankfurt - Das Frankfurter Filmfestival Nippon Connection erlebt nächste Woche seine 15. Auflage. Über 100 Kurz- und Langfilme bieten an sechs Tagen einen Querschnitt durch das aktuelle japanische Filmschaffen.

Dann werden Festivalorte wie das Künstlerhaus Mousonturm, die Naxoshalle, das Deutsche Filmmuseum, das Mal-Seh’n-Kino oder das Kabarett „Käs“ zum Anziehungspunkt für Cineasten und Japan-Fans aus der ganzen Welt. Das Filmprogramm reicht von ausgewählten Dramen, ungewöhnlichen Komödien bis zu berührenden Dokumentarfilmen. Mehr als 60 Filmschaffende und Künstler aus Japan werden ihre Werke persönlich vorstellen. Eröffnet wird das Festival am Dienstag, 2. Juni, um 19.30 Uhr im Mousonturm mit der Preisverleihung des ersten „Nippon Honor Awards“. Star-Schauspieler Tadanobu Asano wird den Ehrenpreis persönlich entgegennehmen. Im Anschluss stellt er zusammen mit Regisseur Kazuyoshi Kumakiri das leidenschaftliche Coming-of-Age-Drama „My Man“ als Deutschlandpremiere vor. In der Hauptrolle spielt Asano den Ersatzvater der Waise Hana. Zwischen den beiden entwickelt sich eine obsessive Beziehung, die Regisseur Kumakiri in kristallklaren Bildern scheitern lässt. Asano wird unter anderem auch in dem Science-Fiction-Thriller „Parasyte“ von Takashi Yamazaki zu sehen sein.

Ein weiterer Stargast ist die Schauspielerin Sakura Ando. Gemeinsam mit Regisseur Masaharu Take und Drehbuchautor Shin Adachi wird sie das kraftvolle Boxer-Drama „100 Yen Love“ vorstellen. Sakura Ando ist eine der zurzeit gefragtesten Schauspielerinnen Japans. Sie spielt auch in dem Film „0.5mm“ von Momoko Ando, der gleichfalls beim Festival zu sehen ist, die Hauptrolle. Die beliebte Sektion „Nippon Animation“ präsentiert aktuelle Animationsfilme, von der großen Studioproduktion bis zum Independent-Film. Die lang erwartete Fortsetzung der erfolgreichen Serie „Psycho Pass - The Movie“ wird zum ersten Mal außerhalb Japans zu sehen sein, ebenso der Animationsfilm „Shinsengumi“ (2000) von Regielegende Kon Ichikawa.

Die Atomkatastrophe von Fukushima und ihre Folgen sind ein höchst relevantes Thema. Unter anderem wird die engagierte Regisseurin Hitomi Kamanaka in Frankfurt ihren Dokumentarfilm „Little Voices from Fukushima“ vorstellen, der die Katastrophengebiete von Fukushima und Tschernobyl gegenüberstellt. Auch in Japan ist die alternde Gesellschaft ein wichtiges Thema, mit dem sich viele Filmemacher auseinandersetzen. Katsumi Sakaguchi begleitet in seinem berührenden Dokumentarfilm „Walking with My Mother“ die Trauerarbeit seiner Mutter um deren Tochter und Ehemann. Ryuchi Hirokis romantischer Zusammenprall der Generationen „Her Granddaughter“ sowie Ken Ochiais Hommage an die Zeit der Samurai-Filme „Uzumasa Limelight“ begleiten ihre alternden Protagonisten mit einem Augenzwinkern.

Futurismus und Kontemplation - Auf Zeitreise in Tokio und Kyoto

Ein Programmschwerpunkt widmet sich der Frankfurter Partnerstadt Yokohama mit Filmen der dort ansässigen Tokyo University of the Arts. Ein weiterer Fokus liegt auf Filmen von der subtropischen Inselgruppe Okinawa, die als Kulisse für so unterschiedliche Filme wie den Berlinale-Hit „Chasuke’s Journey“ von Regisseur SABU, den verrückten Trash-Horror-Film „Hello Zombie“ von Soichi Takayama und den poetischen Dokumentarfilm „Silent Color Silent Voice“ von Ayako Mogi. Die Retrospektive in Kooperation mit der Japan Foundation und dem Deutschen Filmmuseum Frankfurt widmet sich unter dem Titel „Luminous and Vibrant“ dem Regisseur Shinji Somai (1948-2001). Er ist bis heute durch Filme wie „Dreamy Fifteen“ (1980) wegweisend für das japanische Jugenddrama. Das Japanische Filmfestival Nippon Connection wird in ehrenamtlicher Arbeit vom 70-köpfigen Team des gemeinnützigen Vereins Nippon Connection organisiert. Rund 16.000 Besucher werden erwartet. Zum Filmfest gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Musik und Ausstellungen. Weitere Infos unter www.NipponConnection.com.

Quelle: op-online.de

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