Sechs Titel nominiert

Das sind die Finalisten für den Deutschen Buchpreis

Frankfurt - Flüchtlingsschicksale und familiäre Fluchtwege: Die Juroren haben sechs sehr unterschiedliche Romane auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis gesetzt. Einige prominente Autoren fielen durch.

Für das Finale beim Deutschen Buchpreis hat die Jury in Frankfurt sechs Titel nominiert. Auf der Shortlist zur Kür des besten deutschsprachigen Roman des Jahres stehen folgende Autoren: Jenny Erpenbeck ("Gehen, ging, gegangen"), Rolf Lappert ("Über den Winter"), Inger-Maria Mahlke ("Wie Ihr wollt"), Ulrich Peltzer ("Das bessere Leben"), Monique Schwitter ("Eins im Andern") und Frank Witzel ("Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969"). Der Sieger wird am 12. Oktober in Frankfurt bekanntgegeben. Die ausgewählten Titel hielten der Gegenwart mit großer sprachlicher Finesse einen "erhellenden Spiegel" vor, sagte Jury-Sprecherin Claudia Kramatschek am Mittwoch. Es gehe in den sechs Romanen um "familiäre Fluchtwege und interkontinentale Flüchtlingsschicksale, einstige ideologische Kämpfe und der melancholische Abschied von solchen, Varianten männlicher Liebe und weiblichen Ringens mit der Macht".

Die Shortlist wurde aus einer 20 Romane umfassenden Longlist zusammengestellt, diese hatte die siebenköpfige Jury am 19. August vorgelegt. Erwartet wurden auf der Shortlist die beiden stark politischen Romane von Erpenbeck und Peltzer. Erpenbeck widmet sich dem Umgang mit afrikanischen Flüchtlingen in Berlin, Peltzer setzt sich am Beispiel von drei Managern mit der Frage des Lebens in der hochglobalisierten Gesellschaft auseinander. Nicht ins Finale haben es dagegen die neuen Romane von prominenten Autoren wie Clemens J. Setz, Ilija Trojanow und Feridun Zaimoglu geschafft. Insgesamt hat die Jury in den vergangenen Monaten 199 Titel von Verlagen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich gesichtet, die zwischen Oktober 2014 und September 2015 erschienen sind.

Buchmesse 2014: Impressionen

Der Deutsche Buchpreis, 2005 erstmals vergeben, gilt als wichtigste Auszeichnung der Branche. Dem Sieger winkt neben 25.000 Euro in der Regel auch ein Platz auf der Bestsellerliste. Im vergangenen Jahr gewann Lutz Seiler den Preis für seinen auf Hiddensee spielenden DDR-Aussteigerroman "Kruso". Der Preis wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben und zugleich überreicht.

dpa

Quelle: op-online.de

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