Finanzämter sind total überlastet

Offenbach (psh) ‐ Wer auf die Bearbeitung seiner Einkommensteuererklärung wartet, muss jetzt meist Geduld beweisen. Nach Angaben von Steuerberatern und Sprechern der Steuergewerkschaft stauen sich die Aktenstapel, weil Personal überlastet ist und auch in Hessen viele Stellen nicht besetzt sind.

Mit der Bearbeitung der Steuererklärungen für 2011 könne erst im März begonnen werden, heißt es. Vor Mitte März gebe es diesmal aber keinen Cent. Viele Steuerzahler seien wegen der späten Rückzahlungen sauer.

Sonja Prechtner, Vize-Präsidentin des hessischen Steuerberaterverbandes, verweist auf die vielen Änderungen in der Steuergesetzgebung, auf Belastungen durch die Einführung der elektronischen Übermittlung der Steuerdaten und die Umstellung der Steuersoftware der Finanzverwaltung. Durch die zunehmende Pflicht zur elektronischen Übermittlung und die neuen Systeme werde die Bearbeitungszeit oft verlängert. „Wenn sich das neue System eingespielt hat, wird es sicherlich zu einer Zeitersparnis kommen.“ Nach den Beobachtungen der Steuerberaterin liegen viele Bescheinigungen, wie Krankenkassenbeiträge, Riesterbescheinigungen oder Zinsbescheinigungen noch nicht vor, so dass keine abschließende Bearbeitung möglich sei. Prechtner zu unserer Zeitung: „Auch durch Steuerberater können teilweise die Erklärungen für die Mandanten noch nicht fertig gestellt werden, da die notwendigen Unterlagen noch nicht in Kopie vorliegen. Ein Zugriff durch Berater oder Steuerzahler auf den Datenpool der Finanzverwaltung ist leider bisher noch nicht vorgesehen.“

Nach Angaben von Michael Volz, dem Vorsitzenden des Landesverbands der Steuergewerkschaft, fehlen in Hessen 1500 Steuerbeamte. Unlängst nahm er seine Kollegen in den Finanzverwaltungen vor Kritik in Schutz: „Sie allein haben in Hessen ohne fremde Hilfe die Umstellung auf das neue Computersystem ,Konsens I‘ geschafft. Und als sie das geschultert haben, schlug jüngst ELSTAM - die elektronische Lohnsteuerkarte - mit voller Wucht zu. Die Wut von Tausenden von Bürgern traf die Falschen. Der Steuerdschungel wird nicht gelichtet und ist die Ursache der ganzen Steuermisere.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Oliver Weber/pixelio.de

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