An Finanzmärkten umdenken

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Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst erhofft sich als Folge der Wirtschaftskrise ein Umdenken an Finanzmärkten wie Frankfurt.

Frankfurt/Limburg - (dpa/psh) Der auch für die Bankenstadt Frankfurt zuständige katholische Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat trotz wieder steigender Aktienkurse ein Umdenken an den Finanzmärkten angemahnt.

Es wäre nach seiner Überzeugung falsch, wieder zur alten Tagesordnung überzugehen. „Wer so denkt, hat nichts gelernt“, sagte der Limburger Bischof im „Wort zum Sonntag“ des Radiosenders SWR2.

Krisen können heilsam sein, wo sie zum Umdenken bewegen“, sagte Tebartz-van Elst laut Mitteilung des Bistums in der am Sonntag ausgestrahlten Rundfunkansprache. Die Frage nach den Fundamenten eines gerechten Miteinanders komme dort neu in den Blick, „wo Menschen an den Finanzmärkten wie Frankfurt merken, dass eine Lebensphilosophie, die ausschließlich auf Gewinnmaximierung angelegt war, wie ein Kartenhaus zusammenbricht.“

Auch am Finanzmarkt in Frankfurt ist nach Auffassung des Bischofs die Gefahr spürbar, im Vertrauen auf die Selbstregulierungskräfte der Märkte bereits das Ende der Krise auszurufen. Nach einer scheinbaren Erholung der Aktienmärkte gebe es die Neigung zu alten Gewohnheiten zurückzukehren: So könnten nun mit Staatshilfen gestützte Investment-Banken zunächst wieder satte Renditen erzielen, während viele Unternehmen ums Überleben kämpfen und die Arbeitslosigkeit steigt.

„Papstschreiben ist ein Aufruf zur Besinnung“

Tebartz-van Elst lobte die Sozialenzyklika „Caritas in veritate“ (Liebe in der Wahrheit) von Papst Benedikt XVI. Das Papstschreiben sei ein Aufruf zur „Besinnung auf das, was Menschen wirklich trägt“. Die Bibel wolle Christen für eine Umkehr gewinnen, die wachsam wahrnehme, „dass der Markt nicht alleine das Mittel ist, allen Völkern eine menschenwürdige Zukunft zu schaffen.“ Die Enzyklika von Papst Benedikt XVI. verdeutliche, dass für die Suche nach Wegen aus der Krise und nach Lösungen für eine gerechtere Globalisierung eine „tiefgreifende kulturelle Erneuerung und Wiederentdeckung von Grundwerten“ nötig sei. Der Papst zeige, so Tebartz-van-Elst weiter, wie der Weg der Solidarisierung mit den armen Ländern zugleich ein Projekt zur Lösung der augenblicklichen Krise darstellen könne. Solidarisch ausgerichtete Finanzierungspläne könnten die armen Länder wirtschaftlich unterstützen und so dazu beigetragen, die Produktionskapazitäten der reichen Länder trotz der Krise auszulasten.

Quelle: op-online.de

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