„Firmen ziehen Leasing einem Kredit vor“

Frankfurt - „Der Mittelstand setzt auf Leasing“, meint Reinhard Gödel. Er verweist auf Zahlen des Münchner ifo Instituts, nach denen 54 Prozent aller fremdfinanzierten Anlagen Leasingobjekte sind. Von Marc Kuhn

Und nach einer Studie des Bankenfachverbandes werden 56 Prozent der Omnibusse, 52 Prozent der neuen Pkw und 48 Prozent der Gabelstapler auf diese Weise finanziert, wie der Vorstandsvorsitzende von VR Leasing gestern in Frankfurt bei der Bilanzpressekonferenz für das vergangene Jahr sagte. Immer häufiger erhalte Leasing in Unternehmen den Vorzug vor einem Kredit.

VR Leasing sei 2008 im „schwierigen Fahrwasser“ auf Kurs geblieben, erklärte Gödel weiter. Sein Unternehmen mit Sitz in Eschborn sei für den Mittelstand ein verlässlicher Partner, verankert im Finanzverbund der Volks- und Raiffeisenbanken. Das Neugeschäft habe im vergangenen Jahr ein Volumen von 4,64 Milliarden Euro erreicht. Es sei lediglich ein Rückgang von knapp 0,9 Prozent zu beklagen gewesen, erklärte der Vorstandschef. Die Zahl der neuen Verträge sei mit gut 155 800 annähernd auf dem Niveau von 2007 gewesen. „Im Mittelstand sind wir gut verdrahtet“, berichtete Gödel. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei mit 19,2 Millionen Euro um etwa 66 Prozent gesunken. Gödel führte diese Entwicklung auf eine „bewertungstechnische Problematik“ zurück. Die Eigenkapitalausstattung habe 407 Millionen Euro betragen.

Die zunehmende Zahl von Insolvenzen und Zahlungsausfällen in Deutschland als Folge der internationalen Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf das Geschäft von VR Leasing aus. Die Zahl der „Schadensfälle“ sei im vergangenen Jahr um rund 25 Prozent auf knapp 3 600 gestiegen. „Wenn es im Mittelstand kriselt, dann kriselt es in Deutschland. Wir sehen an unseren Zahlen, das es kriselt“, erläuterte Gödel.

Folglich erwartet er für das laufende Jahr beim Neugeschäft nur noch ein Volumen von 3,8 Milliarden Euro. Im Inland rechne VR Leasing mit einem Zuwachs von zehn bis 15 Prozent. Im Ausland sei die Nachfrage zusammengebrochen. „Auch 2010 wird das Wachstum nicht anziehen“, sagte Gödel. Dennoch werde das Ergebnis 2009 positiv ausfallen. „Wir werden das Jahr gut meistern“,erklärte Gödel. Entlassungen seien im Inland nicht geplant, aber auch keine Einstellungen. „Wir igeln uns ein“,sagte der Vorstandschef.

Quelle: op-online.de

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