Keine Verletzten

Flüchtlingsunterkunft in Hofheim beschossen

Hofheim - Entsetzen in Hofheim: Auf eine Container-Flüchtlingsunterkunft wird geschossen - mit einer Druckluftwaffe. Verletzt wird niemand, die Hintergründe sind noch unklar.

Eine Flüchtlingsunterkunft in Hofheim (Main-Taunus-Kreis) ist am Wochenende von bislang unbekannten Tätern mit einer Druckluftwaffe beschossen worden. Verletzt worden sei niemand, sagte ein Polizeisprecher. Neun Mal sei in der Nacht zum Samstag auf ein Fenster im ersten Obergeschoss gefeuert worden. Die ein bis zwei Millimeter großen Metallkugeln durchschlugen den Angaben zufolge das doppelt verglaste Fenster jedoch nicht. Eine heiße Spur gab es zunächst nicht. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte der Sprecher.

In dem Containerdorf nahe einer Schule leben derzeit 22 Menschen, die meisten von ihnen bekamen zu der nächtlichen Stunde von den Schüssen nichts mit. Ein Bewohner meldete den Anschlag am nächsten Mittag der Polizei. Die Beamten suchten die Umgebung ab und sicherten Spuren wie etwa Fußabdrücke. Außerdem wurden Aufnahmen von in der Nähe angebrachten Videoüberwachungsanlagen ausgewertet. Nach Angaben eines Sprechers des Main-Taunus-Kreises hatten die Bewohner der Unterkunft den Anschlag ruhig aufgenommen. "Dort ist jetzt ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz", sagte er. Dies sei zunächst für das Wochenende geplant, danach werde weitergesehen.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in diesem Jahr im Land. Ende März war in Beselich (Kreis Limburg-Weilburg) ein Gasthaus, das in eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden sollte, von einem 58-jährigen Mann beschädigt worden. Als Motiv gab er "einen allgemeinen Hass gegen die Menschen und nicht speziell gegen Asylanten" an. Im vergangenen Jahr gab es in Hessen insgesamt sieben Angriffe, Schmierereien und andere Delikte im Zusammenhang mit Asylunterkünften - mehr als in den neun Jahren zuvor.

Außerhalb Hessens hatte zuletzt an Ostern ein Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Tröglitz (Sachsen-Anhalt) für Aufsehen gesorgt. Dort hätten demnächst 40 Flüchtlinge einziehen sollen. Die Zahl der Angriffe auf bestehende oder geplante Flüchtlingsunterkünfte ist in Deutschland in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen - und zwar im Osten und im Westen. 2014 registrierte die Polizei bundesweit 162 rechtsextrem motivierte Angriffe auf Unterkünfte für Asylbewerber, knapp 70 davon in westdeutschen Ländern.

(dpa)

Ermittler suchen Brandstifter von Tröglitz

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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