Trotz Streik-Ende viele Flugausfälle

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Der europäische Luftverkehr kommt trotz der Aussetzung des Pilotenstreiks bei der Lufthansa nicht zur Normalität zurück.

Frankfurt - Der europäische Luftverkehr kommt trotz der Aussetzung des Pilotenstreiks bei der Lufthansa nicht zur Normalität zurück. Während das deutsche Unternehmen langsam das Chaos in seinem Liniennetz entwirrte, wollten die Fluglotsen in Frankreich und Griechenland in Streiks treten.

Wegen der Nachwirkungen des Streiks vom Montag fielen am Dienstag immer noch hunderte Lufthansa-Flüge aus, zehntausende Passagiere wurden umgebucht oder mussten mit der Bahn fahren. Das Unternehmen kündigte an, am Mittwoch 1400 von sonst 1800 Verbindungen zu fliegen.

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Der Normalzustand soll Konzernsprecher Klaus Walther zufolge am Freitag wieder erreicht sein. Am Dienstag sei der noch zu Streikzeiten erstellte Notflugplan mit rund 1000 Flügen zu 100 Prozent erfüllt und um einige zusätzliche Flieger auf den europäischen und innerdeutschen Hauptrouten ergänzt worden. Auch Interkontinentalziele wie Singapur und Sao Paulo wurden mit zusätzlichen Maschinen angeflogen. Die Verbindungen für Mittwoch seien bereits im Internet abzurufen, die für Donnerstag sollten am Abend folgen. Die Fluggesellschaft bietet zudem kostenlose Umbuchungen an.

Situation trotz hunderter Flugausfälle ruhig

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am Montagabend den eigentlich auf vier Tage geplanten Streik von mehr als 4000 Piloten in einem gerichtlichen Vergleich mit der Lufthansa bis inklusive 8. März ausgesetzt. Ein Termin für die vereinbarten Tarifverhandlungen ohne Vorbedingungen stand zunächst nicht fest. Die Parteien wollen nach eigenen Angaben so schnell wie möglich über Gehälter, Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzsicherung für die rund 4500 Piloten im Konzern-Kern verhandeln. Die Lufthansa begründet das nur langsame Wiederanlaufen mit den komplizierten Abläufen im weltweiten Flugnetz. Weder Maschinen noch Besatzungen seien in vielen Fällen dort, wo sie laut Flugplan sein müssten. Ein großer Teil der Jets steht auf Parkpositionen an den Knotenpunkten Frankfurt und München.

Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, die Abläufe geordnet wieder hochzufahren. An den deutschen Flughäfen blieb die Situation trotz hunderter Flugausfälle weiterhin ruhig. Frankfurt als Hauptknotenpunkt der größten europäischen Fluggesellschaft war an dem Streiktag mit zahlreichen Lufthansa-Jets vollgelaufen. „Wir stehen reichlich voll“, erklärte der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Jürgen Harrer. Von München fielen vor allem noch Inlandsflüge aus und auch in Berlin, Stuttgart oder Köln ging es am Tag nach dem Streik deutlich ruhiger zu als normalerweise. Ein Bahnsprecher in Stuttgart sagte, dass ein größerer Ansturm auf die Züge ausgeblieben sei.

Streiks auch in Griechenland und Frankreich

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) begrüßte die Wiederaufnahme der Verhandlungen, für die er sich am Wochenende eingesetzt hatte: „Ich wünsche mir jetzt und fordere die Tarifpartner dazu auf, dass es in den kommenden 14 Tagen zu einer nachhaltigen, gütlichen Einigung kommt und dass kein Flugzeug mehr am Boden bleibt“, erklärte er in Berlin. Der griechische Luftraum sollte am Mittwoch für 24 Stunden geschlossen bleiben, teilten die wichtigsten Fluglinien in Athen mit. Der Streik richtet sich gegen das Sparprogramm der Regierung, die damit gegen die massive Staatsverschuldung ankämpft.

Auch in Frankreich gibt es seit Dienstag massive Probleme im Luftverkehr. Wegen eines Streiks der Fluglotsen sollte am Pariser Flughafen Orly jeder zweite und am Flughafen Charles de Gaulle jeder vierte Flug ausfallen. Die Fluglotsen protestieren gegen das Vorhaben, die Kontrollen von sechs europäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Schweiz und Benelux) miteinander zu verschmelzen.

Quelle: op-online.de

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