Mitarbeiter trainieren hart

Flughafen-Feuerwehr  täglich im Einsatz

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Eine Boeing 747 der Lufthansa kreuzt den Weg des Löschfahrzeuges der Flughafenfeuerwehr: Die rund 350 Mitarbeiter der Flughafenfeuerwehr sind auf vier Feuerwachen des knapp 24 Quadratkilometer grossen Flughafengeländes verteilt und rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft.

Frankfurt - Der Flughafen Frankfurt hat die Größe einer Stadt. Im Ernstfall muss die Feuerwehr jeden Punkt auf dem Gelände innerhalb von wenigen Minuten erreichen. Eine Herausforderung. Für die Passagiere bleibt der Einsatz der Retter meist unbemerkt. 

In weniger als drei Minuten muss die Flughafenfeuerwehr am Einsatzort sein - mit schwerem Gerät und mehr als 32.000 Litern Löschwasser. Diese Anforderung stellt die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) an den Betreiber des größten deutschen Flughafens, die Fraport. „Die Vorgaben der ICAO erfüllen wir größtenteils sogar in zwei Minuten“, berichtet der Ausbildungsleiter bei der Flughafenfeuerwehr, Henri Lachmann.

Um das zu erfüllen, trainieren die Mitarbeiter hart. Auf den vier Wachen ist alles auf Zeitersparnis getrimmt: Neben den Feuerwehrautos hängt die Schutzuniform, die Hose steckt bereits in den schweren Stiefeln, damit die Feuerwehrleute im Ernstfall mit nur einem Handgriff Stiefel und Hose anziehen können.

Mehr Bewerbungen von Frauen erwünscht

Die Löschfahrzeuge am Frankfurter Flughafen wurden für die Werkfeuerwehr maßgeschneidert. „Eine Flughafen-Feuerwehr kauft nicht von der Stange“, sagt der technische Einsatzleiter Carsten Lange. Bis zu 135 Stundenkilometer schnell fahren die Löschfahrzeuge.  An Bord haben sie etwa 12.500 Liter Wasser, 800 Liter Schaum und 500 Kilogramm Pulver.

Immer noch sind die Männer in der 330-köpfigen Belegschaft der Flughafenfeuerwehr in der Überzahl. Drei Frauen sind regelmäßig bei Einsätzen dabei, eine vierte ist in der Ausbildung. "Wir wünschen uns viel mehr Bewerbungen von Frauen", sagt Ausbildungsleiter Lachmann. Denn sie hätten einen positiven Einfluss auf das Miteinander im Team.

Der Flughafenbetreiber Fraport ist eines von 57 hessischen Unternehmen, die eine betriebseigene Werkfeuerwehr haben. So verschieden wie die Unternehmen selbst sind auch die Spezialgebiete ihrer Werkfeuerwehren. Während die Flughafenfeuerwehr das Löschen von Flugzeugen beherrschen müsse, sei die Werkfeuerwehr des Industrieparks Frankfurt-Höchst auf Chemieunfälle spezialisiert, sagt Jürgen Seitz, Pressesprecher des Werkfeuerwehrverbandes Hessen.

Bis zu 20 Einsätze am Tag

Die Flughafenfeuerwehr wird nach Angaben von Lachmann innerhalb von 24 Stunden zu 15 bis 20 Einsätzen gerufen. Häufig sind das kleinere Einsätze wie ein Wasserrohrbruch oder Fehler im Umgang mit Gefahrgütern. Dennoch kommt es auch vor, dass die Flughafenfeuerwehr mit dem ganz schwerem Gerät ausrückt.

Der Pilot muss uns bei der kleinsten Unregelmäßigkeit informieren“, berichtet Lachmann. In einem solchen Fall setzt die Maschine zu einer sogenannten Sicherheitslandung an. Die Feuerwehr positioniert ihre Löschfahrzeuge vorab nahe der Landebahn - um im Ernstfall sofort zur Stelle zu sein. Pro Woche rückt die Feuerwehr zu zwei bis drei solcher sogenannten Stand-By-Einsätze aus, schätzt Lachmann. „Geht alles gut, bekommt der Passagier nichts von unserem Einsatz mit“, sagt er.

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dpa

Quelle: op-online.de

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