Busunfall am Flughafen: Keine Anzeichen für Amokfahrt und Anzeichen

Frankfurt - Unfall an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt: Ein Bus rast in eine Menschengruppe. Eine junge Frau stirbt. War ein technischer Defekt oder ein Fahrfehler schuld?

Nach einem schweren Busunfall am Flughafen in Frankfurt am Main sichern Ermittler am Donnerstag Spuren an dem verunglückten Bus.

Ein Bus ist am Donnerstag am Flughafen Frankfurt am Main in eine wartende Menschenmenge gefahren. Dabei kam eine junge Frau ums Leben, fünf weitere an der Bushaltestelle wartende Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer, die drei anderen kamen mit leichteren Verletzungen davon, wie die Polizei mitteilte. Der Busfahrer erlitt einen Schock und wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Ermittler gingen von einem technischen Defekt oder einem Fahrfehler als Unfallursache aus. Der Bus beförderte im Auftrag des Flughafenbetreibers Fraport Personal des Airports.

Bus rast in Menschenmenge - Bilder vom Unglücksort

Flughafen Frankfurt: Bus rast in Menschenmenge

Der Unfall ereignete sich an einer Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe des Tors 25 vor dem Lufthansa-Cargocenter außerhalb der Terminals. Dort verkehren nach Angaben von Fraport ausschließlich Mitarbeiter des Flughafens und keine Passagiere oder Besucher.

Der Shuttle-Bus für Beschäftigte des Flughafens war gegen 8.30 Uhr am Tor 25 aus zunächst ungeklärter Ursache vor der Haltestelle auf den Gehweg geraten, hatte einen Licht- und Kameramast umgerissen und drei der wartenden Menschen erfasst, wie die Polizei berichtete. Die Praktikantin und ein Mann waren zwischen dem Bus und einem Mast eingequetscht worden. Eine andere Frau wurde von dem Fahrzeug zur Seite geschleudert. Andere Wartende kamen mit dem Schrecken davon.

Bei der Toten handelt es sich nach Polizeiangaben um eine 24-jährige Praktikantin. Über die Identität der Verletzten gab es zunächst keine Informationen. Es soll sich aber ebenfalls um Beschäftigte des Flughafens handeln.

Keine Anzeichen für Amokfahrt und Anzeichen

Um zu der Haltestelle zu kommen, hatte der Bus zuvor von dem Airportring abbiegen müssen, einer Straße die rund um den Flughafen führt. Allzu schnell könne er daher nicht gewesen sein, sagte ein Polizeisprecher, wollte aber über die Geschwindigkeit nicht spekulieren.

Ein Gutachter werde den elektronischen Datenspeicher auswerten, der auch das Tempo des Busses erfasse. Die Praktikantin, deren Alter mit 24 bis 26 Jahren angegeben wird, und die beiden Schwerverletzten waren auf dem Weg zu Lufthansa-Cargo. Die Shuttle-Linie, die von dem privaten Unternehmen Frabus betrieben wird, bringt die Beschäftigten am größten deutschen Flughafen zu ihren Arbeitsstellen und gehört nicht zum öffentlichen Nahverkehr.

Die genaue Identität der Verletzten und Einzelheiten zu ihrem Gesundheitszustand waren nicht bekannt. Für einen Anschlag oder eine Amokfahrt gab es keine Anzeichen. Ein Schwächeanfall des Fahrers sei zwar möglich, aber unwahrscheinlich, sagte ein Polizei-Sprecher. Der Vorstand von Lufthansa-Cargo sprach den Angehörigen der Toten sein Beileid aus. „Wir sind alle zutiefst betroffen“, sagte Unternehmenssprecher Michael Göntgens. Der Busbetreiber, die Arbeitsgemeinschaft Personalbuslinien Flughafen Frankfurt am Main GmbH (FRABUS), wollte sich zu dem Unfall zunächst nicht äußern.

Ermittlungen über Unfallursache könnten Tage dauern

Der Bus gehörte einem externen Unternehmen, war aber im Auftrag des Flughafenbetreibers Fraport unterwegs, wie ein Sprecher des Unternehmens auf dapd-Anfrage mitteilte. Mehrere der an der Personal-Bushaltestelle Wartende wurden von ihm regelrecht überrollt. Die Bergungsarbeiten und Spurensuche waren aber am Vormittag abgeschlossen, nur die des Busses dauerte noch an.

Ein Polizeisprecher sagte, die Ermittlungen über die Unfallursache könnten noch einige Tage dauern. Der Bus werde von Fachleuten noch eingehend untersucht. Der Unfall ereignete sich kurz nach 08.15 Uhr auf dem Bürgersteig am Airportring, der eine öffentliche Straße ist, auch wenn sich an dieser Stelle in der Regel nur Flughafenmitarbeiter aufhalten. Dort befinden sich neben dem Cargocenter noch Teile des Frachtbereichs und der Lufthansa-Basis.

dapd/dpa

Quelle: op-online.de

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