Im Mai fast 140 Starts nach 23 Uhr

Frankfurt (ad./dpa) - Die rechtliche Lage am Frankfurter Flughafen sieht so aus: Der Planfeststellungsbeschluss lässt verspätete Starts nach 23 Uhr mit Erlaubnis zu, „wenn die Verspätung auf Gründen beruht, die außerhalb des Einflussbereiches des jeweiligen Luftverkehrsunternehmens liegen“.

Unter Nutzung dieser Regel wurden im Mai 138 verspätete Starts auf Rhein-Main zugelassen.

Das Bündnis der Bürgerinitiativen reagierte empört. So monieren die Fluglärmgegner, dass etwa eine Gewitterwarnung und ein Ausfall des Gepäckidentifikationssystems am Mittag des 31. Mai Auswirkungen bis zum späten Abend hatte. Unter anderem vermuten sie, dass auf Anschlussreisende gewartet wurde. Ihr Fazit: „Die Fluggesellschaften haben ... keinerlei Anstrengungen unternommen, den Flugplan nach Frankfurt z.B. durch Tausch von Umläufen oder Einsatz von Reserveflugzeugen wieder ins Lot zu bringen.“

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Gewitterwarnungen und besondere Wetterlagen seien im Mai immer wieder Grund für verspätete Flüge gewesen, unter anderem weil dann die Startbahn West nur eingeschränkt genutzt kann. Für die Bürgerinitiativen ist allerdings fraglich, ob dies die hohe Zahl an Nachtstarts rechtfertigt. Das Bündnis fordert, nicht mehr Flüge zu planen und zu koordinieren, als zuverlässig bis 23 Uhr abgewickelt werden können. Das hessische Wirtschaftsministerium solle entsprechenden Druck auf die Fluggesellschaften ausüben.

Unterdessen beschallten Fluglärmgegner das Wohnhaus von Fraport-Chef Stefan Schulte in Bad Homburg. 20 Minuten übertrugen sie mit einem Lautsprecherwagen Fluglärm aus Sachsenhausen. Schulte sei aber nicht zu Hause gewesen, hieß es. Im Mai gab es eine solche Aktion schon vor dem Haus von Ex-Ministerpräsident Roland Koch (CDU), in Kürze soll es vor den Anwesen von Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) laut werden.

Quelle: op-online.de

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