Passagiere sitzen an Flughafen fest

Frankfurt - Es ist erst ein paar Tage her, dass sich Fluggesellschaften über das aus ihrer Sicht „harte“ Nachtflugverbot beklagten, nun musste zum wiederholten Mal ein Flugzeug den Start auf den nächsten Tag verschieben.

521 Lufthansa-Passagiere haben die Nacht auf Freitag unfreiwillig am Frankfurter Flughafen verbracht. Ein Airbus A 380 nach Johannesburg durfte wegen einer fehlenden Einzelgenehmigung der Luftaufsichtsbehörde nach 23 Uhr nicht mehr starten, berichtete das Unternehmen am Freitag auf Nachfrage.

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Die Maschine hätte gestern planmäßig um 22.10 Uhr abheben sollen. Der Start verzögerte sich aber wegen eines nicht erschienenen Passagiers, dessen Gepäck wieder aus dem Flieger geholt werden musste. Als der Großraumjet dann um 22.45 Uhr an der Startbahn stand, habe ein Signal mögliche Probleme an den Flügelklappen gezeigt. Eine sofortige Überprüfung habe ergeben, dass es sich um eine Fehlanzeige handelte, berichtete ein Sprecher. Doch nach weiteren zehn Minuten sei keine Startgenehmigung mehr erteilt worden.

Die Passagiere seien in Hotels rund um den Flughafen untergebracht worden mit Ausnahme derjenigen, die kein Visum für den Schengenraum vorlegen konnten. Sie mussten im Transit-Terminal auf Feldbetten übernachten und wurden von Lufthansa-Kräften versorgt. Die Maschine startete am Freitagvormittag mit mehr als zwölf Stunden Verspätung nach Südafrika.

Lufthansa beklagt rigide Handhabung des Nachtflugverbots

Die Lufthansa und andere Fluggesellschaften protestieren schon länger gegen das seit Ende Oktober geltende vorläufige Nachtflugverbot. Ihrer Ansicht nach werden die möglichen Ausnahmeregeln von der hessischen Landesregierung zu rigide gehandhabt. Starts nach 23 Uhr werden danach nur aus Gründen genehmigt, auf die die Gesellschaften keinen Einfluss haben, wie etwa schlechtes Wetter. Technische Pannen am Flugzeug oder Schwierigkeiten mit Passagieren wie im vorliegenden Fall gehören nicht zu den möglichen Genehmigungsgründen. Vor der A 380 waren im November auch schon zwei Condor-Langstreckenjets über Nacht am größten deutschen Flughafen stehengeblieben.

Der Lufthansa-Sprecher wollte sich nicht zu den konkreten Kosten äußern, die Lufthansa in solch einem Fall selbst zu tragen hat. Zu den Aufwendungen für die Unterbringung kommen zusätzlich Kosten etwa durch die Umplanung der Umläufe sowie dem Einsatz weiterer Crews und Flugzeuge. Trotz des Nachtflugverbots verzeichnete Flughafenbetreiber Fraport im vergangenen Monat einen Passagier-Rekord.

Wegen der Unwägbarkeiten an der Nachtgrenze hatte die Lufthansa den planmäßigen Start der Johannesburg-Maschine für den Winterflugplan um 30 Minuten nach vorne gezogen.

dpa

Quelle: op-online.de

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