„Fraport hat den Tisch verlassen“

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Reisende sitzen am Montag im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main auf einem Bahnsteig, während rechts ein Plakat verspricht, dass der "Traum vom Fliegen" wahr wird. Wegen des Streiks am Frankfurter Flughafen war es am gleichen Tag erneut zu zahlreichen Flugausfällen gekommen und viele Fluggäste mussten auf die Bahn ausweichen.

Frankfurt - Flughafenbetreiber Fraport hat den Fluggästen wenig Störungen und Ausfälle versprochen. Der Streik der Mitarbeiter könnte noch bis Freitag gehen, wie die Gewerkschaft ankündigte.  

Einen „weitgehend geregelten" Flugbetrieb hat heute Morgen der Flughafenbetreiber Fraport den Fluggästen zugesichert. Obwohl die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) in der Nacht den Ausstand der rund 200 Vorfeldmitarbeiter bis zum Freitagabend verlängerte, sei Fraport gut vorbereitet. Von den für heute 1200 geplanten Flügen waren am Morgen 187 annulliert worden. „Insgesamt sieht es heute aber gut und ruhig aus", sagte ein Fraport-Sprecher. Der Flughafenbetreiber habe sich auf einen Streik bis Mittwochmorgen vorbereitet, nun würde man die Vorbereitungen eben bis Freitagabend ausweiten.

In der Nacht zum Montag hatte die GdF einen 24-Stunden-Streik bereits auf 48 Stunden ausgedehnt. Nun soll der Ausstand nach neuesten GdF-Angaben von Dienstagnacht sogar bis Freitag  dauern.

Die GdF will mit dem Arbeitskampf ihre Tarifforderungen durchsetzen. Diese brächten nach Angaben von Fraport für einzelne Beschäftigte bis zu 70 Prozent höhere Gehälter. Um die Auswirkungen des Streiks der Vorfeldlotsen, Einweiser und Disponenten abzufedern, hatte Fraport eigens Mitarbeiter geschult, die deren Aufgaben übernommen haben.

Gewerkschaft fordert Fraport-Unterschrift

Derweil hat die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) den Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport, dazu aufgefordert, den Schlichterspruch im Tarifkonflikt zu unterschreiben. „Wir wollen eigentlich nur dieses Papier unterschrieben haben und Fraport ist aufgestanden und hat den Tisch verlassen", sagte GdF-Sprecher Matthias Maas am Dienstag im „Morgenmagazin" des ZDF.

Fraport selbst habe sich den Schlichter aussuchen können und sich für den ehemaligen Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust, entschieden. In der vergangenen Nacht hatte die GdF angekündigt, den seit Montag laufenden Streik bis Freitagabend (24. Februar) um 23 Uhr zu verlängern . Die GdF möchte für rund 200 Vorfeldmitarbeiter höhere Löhne, weniger Arbeitszeit und mehr Urlaub.

Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Arbeitgeber, Reinhard Göhner, kritisierte den Ausstand am Frankfurter Flughafen . „Wir sind für Tarifpartnerschaft. Aber während der Laufzeit bestehender Tarifverträge, die für alle Arbeitnehmer eines Betriebes gelten, muss auch Friedenspflicht bestehen", sagte er im ZDF. „Das Extreme liegt hier darin, dass ein Tarifvertrag nur für eine kleine Gruppe erstrebt wird." Weniger als ein Prozent der Belegschaft legten so den ganzen Betrieb lahm. „Die Zersplitterung der Tariflandschaft ist hochgefährlich", sagte Göhner.

dpa

Quelle: op-online.de

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