Maßnahmen gegen Fluglärm

„Wir werden nicht locker lassen“

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Die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftskraft des Frankfurter Flughafens zu erhalten, gleichzeitig aber die Anwohner vor überbordendem Lärm zu schützen - in diesem Spannungsfeld manövriert Verkehrsminister Al-Wazir mit seinen neuen Vorschlägen.

Wiesbaden - Verkehrsminister Tarek Al-Wazir kündigt drei Jahre nach Eröffnung der Nordwest-Bahn weitere Maßnahmen gegen Fluglärm an.

„Wir werden nicht locker lassen und den Flughafenbetreiber Fraport, die Fluggesellschaften und die Deutsche Flugsicherung weiter in die Pflicht nehmen“, sagte der Grünen-Politiker gestern. Beispielhaft nannte Tarek Al-Wazir die geplante Einführung siebenstündiger Lärmpausen. Natürlich werde dadurch kein Flugzeug weniger landen. Aber eine intelligente Bahnnutzung und Verteilung des Lärms könnten für eine spürbare Entlastung sorgen.

Die veränderte Schwerpunktsetzung im Ministerium werde auch durch die Einrichtung der neuen Stabsstelle für Fluglärmschutz zum 1. November deutlich. Eines der hier verfolgten Ziele sei die Einführung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Lärmobergrenze und die Intensivierung des Lärmmonitorings.

Als wichtigen Hebel zur Lärmminderung nannte Al-Wazir eine weitere Spreizung der Lärmentgelte. „Laute Flieger müssen für einen Start oder eine Landung in Frankfurt deutlich mehr zahlen als leisere Flugzeuge. Diese Entgelte wollen wir zusammen mit Fraport möglichst noch weiter spreizen und so erreichen, dass die Fluggesellschaften Frankfurt möglichst mit ihren leisesten Flugzeugen anfliegen“, so Al-Wazir. Besonders die Deutsche Lufthansa habe in großem Umfang lautere Flugzeuge gegen lärmärmere ausgetauscht.

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Al-Wazir verwies auf die aufgestockte Forschungsförderung für noch leisere Anflugverfahren beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig. Ein Ergebnis sei der Einsatz von Wirbelgeneratoren, die die Geräuschentwicklung unter den Flügeln der A320-Flotten von Lufthansa und Air France maßgeblich reduzieren würden. „Es kommt jetzt darauf an, dass die Flugzeuge schnell umgerüstet werden“, so Al-Wazir.

Erst im September sei zudem das satellitengestützte Präzisionsanflugverfahren „Ground Based Augmentation System“ (GBAS) offiziell in Betrieb genommenen worden. Damit sei der Flughafen technisch für ein präziseres An- und Abfliegen ausgestattet. Anflüge seien nun mit einem höheren Gleitwinkel möglich. Langfristig könnten so Siedlungsschwerpunkte umflogen werden. „Jetzt sind die Fluggesellschaften am Zug, ihre Flugzeuge schnellstmöglich auf den technischen Stand zu bringen, um dieses Präzisionsverfahren auch in Frankfurt nutzen zu können“, sagte der Minister.

In wenigen Wochen werde zudem ein neues lärmminderndes Anflugverfahren in den Probebetrieb gehen. Dabei werden die Flughöhen vor und auf dem ersten Teil des nördlichen Gegenanfluges ab dem 31. Oktober um rund 300 Meter angehoben. Die Anhebung der Gleitwinkel beim Landen auf 3,2 Grad bei Anflügen auf die Landebahn Nordwest gehe wohl im Dezember in den Regelbetrieb. Das Bundesverkehrsministerium habe bereits eine Ausnahmegenehmigung erteilt, so Al-Wazir.

Quelle: op-online.de

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