Plan zu Lärmpausen

Erste Ideen im Sommer

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Offenbach - Im Sommer will Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) Modelle zum Einführen einer siebenstündigen Lärmpause am Flughafen vorlegen. Das versicherte er bei der Sitzung der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Flughafen Frankfurt (KAG) in Offenbach. Von Harald H. Richter 

Zurzeit gilt ein sechsstündiges Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr. In dieser Frage gebe es aber keine einsame Entscheidung des schwarz-grünen Kabinetts, sondern ein offenes Verfahren, fügte er hinzu. Zugleich kündigte Al-Wazir die Errichtung einer Stabsstelle Fluglärmreduzierung in seinem Ministerium an.

Im Moment lägen etwa 250 Vorschläge zur Minimierung der Lärmbelastung auf dem Tisch. „Wer aber glaubt, mit einem Fingerschnippen ließe sich das Problem lösen, irrt“, sagte der 43-Jährige. Er gehe allerdings davon aus, dass bis März 2015 etwa drei bis vier praktikable Vorschläge entwickelt und im Konsens aller Beteiligten abgestimmt sein könnten. Sie ließen sich mit Inkrafttreten des Sommerflugplans 2015 in die Tat umsetzen. Offenbachs Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) betonte die Notwendigkeit, alle Gremien und Körperschaften an diesem Entscheidungsprozess zu beteiligen. „Unterm Strich muss für sämtliche Betroffenen ein Weniger an Lärmbelastung herauskommen.“

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Für die KAG bedeutet die Ankündigung des Ministers einen Schritt in die richtige Richtung. „Wir halten aber an unserer Forderung nach einem generellen Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr fest“, betonte der Erste Beigeordnete des Kreises Groß-Gerau, Walter Astheimer (Grüne), in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender des Gremiums. In der KAG sind 42 Gebietskörperschaften aus Hessen und Rheinland-Pfalz zusammengeschlossen.

Fraport-Chef kriegt Fluglärm zu spüren

Bei ihrer Tagung in Offenbach untermauerten die Kommunalvertreter ferner ihr Verlangen nach einer verbindlichen Lärmobergrenze. Diese soll in den kommenden Jahren schrittweise gesenkt werden, bis ein Wert von 50 dB am Tag erreicht ist. Astheimer wie auch Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) erteilten Plänen der Flughafen-Betreibergesellschaft zum Bau eines dritten Terminals eine Abfuhr. Das erwartete Luftverkehrsaufkommen des Jahres 2020 lasse sich mit den vorhandenen Einrichtungen des Flughafens bewältigen, ist die KAG überzeugt.

Nach Auffassung der KAG sind die finanziellen Leistungen des Flughafens für den passiven Lärmschutz im entsprechenden Gesetz falsch verankert. Man erwarte, dass die Fraport AG einen jährlich festzulegenden Betrag von zehn Prozent der Einnahmen aus den Flughafenentgelten in den von der Landesregierung gegründeten Regionalfonds einzahle. Aus dem Erlös zusätzlicher Gebühren, etwa eines „Lärmtalers“ für laute Flugzeuge, ließe sich der Finanzierungsbedarf dieses Fonds zusätzlich speisen. Al-Wazir pflichtet bei: „Das System der Begünstigung von leisen und der Bestrafung von lauten Flugzeugen muss ausgebaut werden.“

Quelle: op-online.de

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