Flughafen Frankfurt

Flughafen Frankfurt: Von hier wird bald der Corona-Impfstoff in die ganze Welt verschickt

Am Flughafen Frankfurt bereitet man sich derzeit auf eine wichtige Aufgabe vor: die Verteilung des Corona-Impfstoffes.

  • Der Flughafen Frankfurt ist Europas größter Pharma-Umschlagplatz.
  • Vom Fraport aus soll der kommende Corona-Impfstoff in die Welt verteilt werden.
  • Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit März.

Frankfurt – Am Flughafen Frankfurt laufen die Vorbereitungen zur Verteilung des Corona-Impfstoffes bereits seit einigen Monaten, denn der Fraport ist Europas größter Pharma-Umschlagplatz. In die ganze Welt werden von dort kühlbedürftige, sensible Pharmaprodukte geliefert. „Wir bereiten uns auf Im- und Export gleichermaßen vor“, sagt Fraport-Manager Max Philipp Conrady gegenüber der dpa. „Wir wissen ja noch nicht, was kommt und was wo produziert wird.“

Am Flughafen Frankfurt laufen die Fäden bei der Air Cargo Community Frankfurt zusammen, die für die weltweite Verteilung des Corona-Impfstoffes wichtig sind: Spediteure, Frachtabfertiger, Airlines und der Flughafenbetreiber Fraport. Der Flughafen Frankfurt bietet in den „Cargo-Cities“ im Norden und Süden des Geländes insgesamt 13.500 Quadratmeter genau temperierbare Fläche. Davon nutzt 8.900 die Lufthansa. Bereits seit März sei die Pharma-Arbeitsgruppe des Fraport damit beschäftigt, verschiedene Szenarien für den Ablauf der Lieferkette vorzubereiten, sagte Joachim von Winning, Hauptgeschäftsführer der Air Cargo Community, der Nachrichtenagentur Reuters.

Verschnürte Luftfahrt-Frachtpaletten werden im Cargo-Bereich des Flughafens Frankfurt transportiert. Dort laufen die Vorbereitungen zur Verteilung des Corona-Impfstoffes auf Hochtouren. (Symbolbild)

Flughafen Frankfurt wird Umschlagplatz für Corona-Impfstoff

Die große, kühlbare Fläche des Flughafen Frankfurt ist deshalb so wichtig, weil der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech beispielsweise dauerhaft bei einer Temperatur von minus 80 Grad gelagert werden muss. In der Logistik wird dieser Zustand als „very deep frozen“ bezeichnet, also „sehr tiefgefroren“. Damit die Kühlkette bei Verladen und Verschicken nicht unterbrochen wird, muss der Impfstoff in flüssigem Stickstoff lagern – ein Gefahrgut, das nur abseits der Passagierströme in reinen Frachtmaschinen geflogen werden darf.

Deshalb hofft auch die Lufthansa mit ihrer Frachttochter Lufthansa Cargo beim Verteilen des Corona-Impfstoffes vom Frankfurter Flughafen auf ein lukratives Geschäft. Denn die Lufthansa und ihre Schweizer Tochter Swiss Worldcargo gehörten zu den wenigen Fluggesellschaften weltweit, die lückenlose Kühltransporte anböten, sagte Airline-Chef Carsten Spohr vor kurzem. Deshalb arbeite man bereits seit Juni an der Organisation der Verteilung des Impfstoffes vom Flughafen Frankfurt, ergänzt der Unternehmenssprecher Andreas Pauker: „Wir können heute sagen, alle logistischen Abläufe stehen, sie sind weitgehend standardisiert.“

Flughafen Frankfurt wird Corona-Impfstoff in ganze Welt verteilen

„Wir gehen für unsere Planung davon aus, dass wir hauptsächlich Exporte aus Europa heraus, etwa nach Afrika, abzufertigen haben. Oder dass Impfstoffe aus Indien und China in Frankfurt umgeschlagen werden“, sagte Joachim von Winning, Hauptgeschäftsführer der Air Cargo Community der Nachrichtenagentur Reuters. Denn innerhalb Europas würden die meisten Impfstoffkontingente nicht mit dem Flugzeug, sondern per Lkw ausgeliefert, da auf dem Kontinent auch produziert werde. Das Konzept für die Abläufe sehe vor, dass am Flughafen Frankfurt bis zu fünf Flugzeuge gleichzeitig be- und entladen werden könnten. „Durch kurze Transportwege werden Temperaturschäden vermieden“, erklärt von Wining.

Der Flughafen Frankfurt ist Deutschlands größter Airport. Rund 2,1 Millionen Tonnen Fracht werden jährlich am Fraport bearbeitet. Damit hat er weltweit das elftgrößte Frachtaufkommen.

Erst vergangenen Monat musste am Flughafen Frankfurt eine Maschine der Lufthansa Cargo notlanden, da die Instrumente der Maschine falsche Werte anzeigten. Das Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt soll derweil zu mehr Normalität bei Flugreisen während der Corona-Pandemie beitragen. Nicht nur Reisende können den neuen Service nutzen. (Theresa Lippe)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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