Flughafen: Es soll bald leiser werden

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Die Bekämpfung „an der Quelle“ könnte im günstigsten Fall dazu führen, dass sich die Neubelastungen durch den Ausbau in Grenzen halten.

Frankfurt ‐ Nach Jahren fruchtlosen Streits soll nun am Frankfurter Flughafen der Lärm mit einer Reihe von Maßnahmen eingedämmt und die Bevölkerung entlastet werden. Die Bekämpfung „an der Quelle“ könnte im günstigsten Fall dazu führen, dass sich die Neubelastungen durch den Ausbau in Grenzen halten. Von Michael Eschenauer

Mit dieser Zielsetzung hat gestern Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ein erstes Paket von Routenveränderungen, neuen Start- und Landetechniken und Veränderungen an Triebwerken vorgestellt. Entwickelt wurde die Ideenliste durch die „Expertengruppe Aktiver Schallschutz“ des Forums Flughafen und Region (FFR). Die meisten Vorschläge sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden und eine schnell wirkende Entlastung bringen.

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Bis zum Jahre 2020 gehen die Experten des FFR allerdings davon aus, dass sich die Zahl derjenigen, die unter dem Lärm von startenden und landenden Flugzeugen leiden, deutlich erhöht. Grund ist die neue Landebahn und der Anstieg der Flugbewegungen von derzeit 480 000 auf über 700.000. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler des Darmstädter Öko-Instituts nimmt die Zahl der „Hochbelästigten“ bis zum Jahr 2020 auf 150 000 zu. Im Basisjahr 2005 waren es 93.000. Die neue Landebahn Nordwest soll im Herbst 2011 in Betrieb gehen.

Die Genehmigungen der zuständigen Stellen liegen für die Vorschläge noch nicht vor, sollen aber mit Hochdruck beantragt werden. Auch sei an Ausnahmegenehmigungen gedacht, hieß es.

Fraport-Chef Stefan Schulte zeigte sich zuversichtlich, dass sämtliche Schritte bis 2012 umgesetzt werden können. An dem Verfahren beteiligt sind neben den Kommunen unter anderem die Deutsche Flugsicherung, der Fluggesellschaftsverband Barig, der Pilotenverband Vereinigung Cockpit und die Deutsche Lufthansa AG.

Völlig unklar ist die tatsächliche Lärmentwicklung bis zum Jahr 2020. FFR-Vorstandsmitglied Johann-Dietrich Wörner: „Es wäre ein Riesenerfolg, wenn wir die Lärmbelastung auf dem heutigen Niveau halten könnten.“

Quelle: op-online.de

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