Flughafenunglück: Ursache wird untersucht

Frankfurt - Nach dem tödlichen Unfall am Frankfurter Flughafen sucht die Polizei weiter nach den Ursachen.

Noch sei völlig unklar, wie es dazu kam, dass der Shuttle-Bus am Donnerstag in die wartende Gruppe von Flughafenmitarbeitern fuhr, sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei heute. Aufschluss soll unter anderem ein Fahrtenschreiber geben, der auch das Tempo des Busses erfasst. Zunächst gingen die Ermittler von einem technischen Defekt oder einem Fahrfehler aus. Bei dem Unfall wurde eine 26 Jahre alte Frau getötet, zwei Menschen wurden schwer, drei leicht verletzt.

Ein unabhängiger Gutachter sei mit der Untersuchung des Unglücks- Busses beauftragt, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Dieser soll prüfen, ob zum Zeitpunkt des Unfalls ein technischer Defekt etwa an der Lenkung oder den Bremsen vorlag. Mit einem Ergebnis rechnet die Polizei in etwa einer Woche. 

Der tödliche Unfall in Bildern

Flughafen Frankfurt: Bus rast in Menschenmenge

Digitale Fahrtenschreiber in Bussen und Lastwagen

Digitale Kontrollgeräte in Lastwagen und Bussen sollen der Polizei ihre Arbeit erleichtern. Die Geräte in der Größe eines Autoradios sind nach einer EU-Verordnung seit Mai 2006 für alle neu zugelassenen Kraftfahrzeuge Pflicht, die gewerblich genutzt werden und über 3,5 Tonnen wiegen. Sie zeichnen die Fahrzeiten, Ruhepausen, Fahrtstrecke und Geschwindigkeit auf einer Chipkarte auf. Bei Kontrollen und Unfällen liest die Polizei die Daten aus, ansonsten ist der Betreiber verpflichtet, sie 28 Tage aufzubewahren, sagte ein Sprecher des Technischen Überwachungsdienstes (TÜV) Frankfurt.

Auch in dem Pendler-Bus, der am Donnerstag am Frankfurter Flughafen verunglückte, befand sich ein solches digitales Kontrollgerät. Die Polizei erhofft sich davon Aufschlüsse über die Unglücksursache. Derzeit ist sie mit Auswertung der Daten beschäftigt.

Zudem werten Gutachter einen Fahrtenschreiber aus. Neuere Busse und Lastkraftwagen sind inzwischen mit diesen digitalen Kontrollgeräten ausgestattet. Sie liefern technische Informationen etwa zur Geschwindigkeit eines Fahrzeuges. Die Polizei vernimmt unterdessen Zeugen, die sich zum Zeitpunkt des Unfalls vor Ort befanden und sich teilweise erst später meldeten. Eine Aussage des Busfahrers liegt bisher noch nicht vor. Er stand nach dem Unfall unter Schock und musste ins Krankenhaus.
dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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