Gegen Fluglärm: 10.000 Demonstranten erwartet

Frankfurt - Lautstarke Proteste: Am Samstag werden bis zu 10.000 Fluglärmgegner im Frankfurter Flughafen erwartet. Reisende müssen im Terminal Eins mit massiven Verzögerungen bei der An- und Abreise rechnen. 

Diesmal gibt es nicht nur montags, sondern auch samstags im Frankfurter Flughafen lautstarken Protest. Bis zu 10.000 Demonstranten erwarten die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau am Samstag (4. Februar) zu einer Kundgebung im Terminal Eins. Vier Tage vor dem nächsten Fluglärmgipfel, zu dem Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in der nächsten Woche nach Wiesbaden eingeladen hat, wollen lärmgeplagte Bürger aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet anreisen.

Wegen der erwarteten großen Zahl solle im und vor dem Flughafengebäude demonstriert werden, sagte Ingrid Kopp, Sprecherin des Bündnisses der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau. Die Polizei erwartet keine Zwischenfälle. Um 12.00 Uhr mittags wollen sich die Demonstranten in der Abflughalle von Terminal Eins treffen. Danach werde es eine Kundgebung auf dem Busbahnhof vor dem Terminal eine Etage tiefer geben, sagte eine Polizeisprecherin.

Lautsprecherwagen für die Redner

Draußen sollen Lautsprecherwagen für die Redner aufgestellt werden, damit drinnen der Abfertigungsbetrieb nicht gestört wird. Fraport muss die Proteste auf seinem Gelände dulden, denn vor einem Jahr hatte das Bundesverfassungsgericht das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausdrücklich auch für den Flughafen bestätigt.

Seit der Eröffnung der neuen Landebahn am größten deutschen Airport im Oktober wächst der Protest in der gesamten Region. Zwar gilt seitdem ein Nachtflugverbot für den gesamten Flughafen, aber tagsüber bekommen wesentlich mehr Menschen den Lärm ankommender Maschinen ab als vorher. Eine endgültige Entscheidung über Nachtflüge steht noch aus - das Bundesverwaltungsgericht verhandelt ab Mitte März darüber.

Fluggäste sollten am Samstag Zeitpuffer einplanen

Reisende am Frankfurter Flughafen müssen am Samstag mit Behinderungen durch Demonstranten rechnen. „Wir rechnen mit Verzögerungen bei der An- und Abreise vom und zum Flughafen“, sagte ein Pressesprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Der Flugbetrieb selbst werde voraussichtlich nicht beeinflusst.

Fluggäste sollten möglichst frühzeitig anreisen, damit sie ihren Flieger nicht verpassten. Auch sollten sie früher einchecken und dabei beispielsweise das Internet nutzen. „Man muss sich bewusst sein, dass es etwas enger wird“, teilte der Fraport-Sprecher mit. Terminal Eins habe deutliche höhere Passagierzahlen als Terminal Zwei. Deshalb sei eine große Zahl von Reisenden von der Demonstration betroffen. Über den ganzen Tag werden rund 125.000 Fluggäste in Frankfurt erwartet.

Bürgerinitiativen im Terminal

Immer montags demonstrieren die Mitglieder der rund 60 im Bündnis zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen im Terminal. Die Zahl der Teilnehmer wächst, in dieser Woche waren es wieder mehrere tausend. Die Demonstranten fordern ein dauerhaftes striktes Nachtflugverbot, einige auch eine Stilllegung der neuen Bahn. Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten sind am Samstag Anti-Fluglärmdemonstrationen angekündigt. Nach den ersten Demonstrationen war das Bündnis aufgefordert worden, auf ohrenbetäubende Trillerpfeifen, Vuvuzelas, Sirenen und Drucklufthupen zu verzichten.

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Das Ordnungsamt und Fraport hatten sich Sorgen gemacht, dass Durchsagen im Terminal wegen des Lärms nicht mehr gehört werden könnten. Auf dem für den 8. Februar geplanten Fluglärmgipfel der hessischen Landesregierung sollen Maßnahmen vorgestellt werden, um die Lärmbelastung zu reduzieren. Dabei geht es unter anderem um veränderte Anflugverfahren. Fraport, die Fluggesellschaften und die Deutsche Flugsicherung hatten den Auftrag bekommen, ein Maßnahmenpaket auszuarbeiten.

dpa

Quelle: op-online.de

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