Besserer Schallschutz und Leseförderung

Fluglärm: Regierung hilft Schulen

+

Offenbach - Auf die alarmierenden Ergebnisse der Norah-Fluglärmstudie, die entscheidende Nachteile für Schulkinder rund um den Flughafen festgestellt hatte, will die Landesregierung nun reagieren. Schulen werden individuelle Beratung, weitere Lärmschutzmaßnahmen sowie zusätzliche Leseförderung angeboten.

Wenn Kinder ständigem Fluglärm ausgesetzt sind, lernen sie bis zu drei Monate langsamer Lesen als Schüler in fluglärmfreien Regionen. Die vor wenigen Wochen veröffentlichte sogenannte Norah-Lärmstudie (Noise-Related Annoyance, Cognition, and Health) hat jetzt auch die Landesregierung auf den Plan gerufen. Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Kultusminister Alexander Lorz (CDU) kündigten ein Maßnahmenpaket an. „Wir wollen gemeinsam mit den hochbetroffenen Schulen individuelle Lösungen erarbeiten. Dabei setzen wir auch auf das Wissen der Lehrerinnen und Lehrer und der Schulträger vor Ort“, erklärten sie nach einem Gespräch mit betroffenen Schulen und Schulträgern in Wiesbaden. „Wir haben im direkten Gespräch erörtert, wie der Bedarf vor Ort konkret ist und wollen nun gemeinsam beraten, welche Maßnahmen für die jeweilige Schule die geeignetsten sind“, hieß es.

Die Landesregierung werde besonders betroffenen Schulen innerhalb der sogenannten Tagschutzzonen 1 und 2 individuelle Vor-Ort-Beratungen anbieten, um die vorhandenen Schallschutzmaßnahmen zu begutachten. „Da, wo es Lücken und Defizite gibt, bieten wir unsere Hilfestellung an.“

Alles zu diesem Thema lesen Sie im Stadtgespräch

Weitere Maßnahmen: Den betroffenen Schulen wurde eine bevorzugte Aufnahme in das Leseförderprogramm des Landes angeboten. Zum Leseförderkonzept gehöre auch eine Untersuchung des Lesefortschritts. Ergänzend dazu bietet das Kultusministerium den Einsatz der von Wissenschaftlern wie Praktikern hochgelobten Lernverlaufsdiagnostik „quop“ an. Mit dem wissenschaftlichen Analyse-Programm können unter anderem die Entwicklung der Lesegenauigkeit, der Leseflüssigkeit und das Textverständnis durch kontinuierliche kurze Messungen festgestellt und damit der Lernerfolg beurteilt werden.

Zudem sollen Schulen mit Stiftungen und anderen Institutionen, die die Lust am Lesen und die dafür nötigen Fähigkeiten fördern, in Verbindung gebracht werden, um beispielsweise Lesepaten zu vermitteln und an den Schulen Lesescouts einzusetzen. „Dies alles sind Vorschläge, mit denen wir einen möglicherweise entstehenden Rückstand beim Lesenlernen kompensieren wollen“, erklärte Lorz.

Al-Wazir erinnerte auch an die geplante Einführung einer siebenstündigen Lärmpause und Lärmobergrenzen. „In der Regel wohnen die Kinder ja in der Nähe der lärmbelasteten Schulen und sind somit auch den Rest des Tages Fluglärm ausgesetzt“, sagte der Minister.

psh

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare