Fluglärm: Kommunen klagen gegen Routen

Frankfurt - Neben den Hessen leiden auch die Menschen in Rheinland-Pfalz zunehmend unter der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen und dem damit verbundenen Lärm. Jetzt ziehen mehrere Kommunen vor Gericht und klagen gegen die „Südumfliegung“.

Denn auch wenn Flugzeuge nach Norden wollen, fliegen sie bisweilen zunächst nach Süden.

Eine Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei reichte heute im Auftrag von 13 Einzelklägern eine sogenannte Feststellungsklage beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel ein. Die Kläger wehren sich gegen die Südumfliegung des Flughafens, die seit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn verstärkt Rheinland-Pfalz belastet.

Drei Kommunen in Hessen und fünf in Rheinland-Pfalz sowie fünf Privatpersonen gehören nach Angaben einer Sprecherin zu den Klägern, die zum Beispiel Bürgerinitiativen vertreten. Beteiligt sind in Hessen Groß-Gerau, Nauheim und Trebur; im Nachbarland haben sich Nackenheim, Lörzweiler, Nierstein, Ober-Olm und Klein-Winternheim zusammengeschlossen.

„Abwägungsfehler“ bei der Routenfestlegung

Die 2011 zugelassenen neuen Flugrouten („Südumfliegung“) führten zu einer deutlichen Steigerung des Fluglärms, begründet Anwalt Bernhard Schmitz die Klage. Die Gemeinden und ihre Bewohner würden durch den Flugbetrieb empfindlich gestört. Als Rechtsverstoß wertet der Jurist vor allem die fehlende Beteiligung der Gemeinden und erhebliche Abwägungsfehler bei der Festlegung der Flugrouten.

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Nach Angaben des VGH in Kassel waren bis Mitte der Woche bereits 13 Klagen gegen die Flugrouten eingegangen - in diesem Fall richtet sie sich gegen das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherheit, das die Routen festlegt. Parallel dazu liegen in Kassel rund 200 Klagen gegen den Ausbau des Flughafens vor - hier richtet sich die Klage gegen das Land Hessen.

Grüne unterstützen die Klage

Die Landtagsfraktion der Grünen findet es gut, dass dank der Klage das Thema Flugrouten und Lärmreduzierung wieder auf die Tagesordnung kommt. Wie die klagenden Gemeinden sind sie der Meinung, dass bei der Festlegung von Flugrouten der Lärmschutz stärker berücksichtigt werden muss. Die Flugsicherung müsse aufhören, „durch die Wohn- und Schlafzimmer der Menschen im Rhein-Main Gebiet zu donnern“, forderte der für Flughafenthemen zuständige Abgeordnete Frank Kaufmann.

dpa

Quelle: op-online.de

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