Fraport-Chef verspricht Lärmschutz

Frankfurt - Während sich auch gestern tausende Menschen im Flughafen versammelten, um gegen Fluglärm zu demonstrieren, hat Fraport-Chef Maßnahmen zum Schallschutz versprochen. Auch die Deutsche Flugsicherung kündigte Maßnahmen an.

Im Streit um den Lärm am Frankfurter Flughafen hat Fraport-Chef Stefan Schulte Maßnahmen zum aktiven Schallschutz angekündigt. Er sei optimistisch, einige Dinge noch im Februar bei den Lärmschutzgesprächen der hessischen Landesregierung festzurren zu können, sagte der Flughafenchef gestern Abend vor Journalisten in Frankfurt. Mit Blick auf die internen Abstimmungen vermied es Schulte aber, einzelne Maßnahmen zu benennen.

Seit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn vor drei Monaten sehen sich Landesregierung und Flughafenbetreiber Fraport immer schärferen Protesten von Anwohnern ausgesetzt. Mit der neuen Bahn ist auch das gesamte System der An- und Abflüge an Deutschlands größtem Flughafen geändert worden. Das ebenfalls reformierte Lärmschutzkonzept wird von einer Arbeitsgruppe noch einmal unter die Lupe genommen. Am sogenannten Lärmschutzgipfel auf Einladung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nehmen neben der Fraport auch die Lufthansa, die Flugsicherung und der Airline-Verband Barig teil.

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Von der neuen Landebahn gehe für die Anwohner in den direkten Einfluggebieten „eine hohe Belastung und Belästigung" aus, räumte der Fraport-Chef ein. Man müsse daher den aktiven Schallschutz weiter optimieren. Für diese Thematik setze er derzeit 50 bis 60 Prozent seiner Arbeitszeit ein. Schulte erinnerte in der Diskussion um den Fluglärm aber erneut auch an die mehr als 71.000 Arbeitsplätze am Flughafen und dessen Bedeutung für zahlreiche Branchen und Niederlassungen internationaler Firmen im Rhein-Main-Gebiet.

Weniger Lärm durch „kontinuierlichen Sinkflug“

Unterdessen kommt die deutsche Flugsicherung (DFS) nach eigener Einschätzung im Kampf gegen den zunehmenden Fluglärm voran. Noch im Februar soll an zwei Tagen der leisere kontinuierliche Sinkflug einzelner Jets auf den verkehrsreichsten Flughafen in Deutschland beginnen, kündigte das bundeseigene Unternehmen am Dienstag in Frankfurt an. Piloten und Lotsen seien bereits entsprechend informiert worden. Im kontinuierlichen Sinkflug lassen sich die Jets fast ohne Zwischenschub und damit auch leiser aus größerer Höhe sinken.

Auf dem für den 8. Februar geplanten Fluglärmgipfel der hessischen Landesregierung sollen zudem weitere Maßnahmen vorgestellt werden, um die Gesamtlärmbelastung des Rhein-Main-Gebiets zu mindern. Dazu gehört eine weitere Anhebung des Gegenanflugs für beide Landebahnen um 1000 Fuß. Dies könne frühestens ab August umgesetzt werden, erklärte der Flugroutenplaner Andre Biestmann. Derzeit werde noch geprüft, wie das mit dem bestehenden Instrumentenlandesystem abzuwickeln ist. Von dieser Maßnahme würden Gemeinden im Norden und im Süden des Flughafens profitieren.

Schon seit Dezember bündeln die Lotsen zudem den Abflug über die neu eingerichtete Südumfliegung enger, berichtete die DFS. Damit werde sichergestellt, dass vor allem Ortslagen im Anflug auf die neue Nordwestlandebahn entlastet werden.

Quelle: op-online.de

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