Fluglärmgegner fordern: „Bouffier muss weg“

Frankfurt - Tausende haben gestern am Frankfurter Flughafen erneut gegen Fluglärm demonstriert und ihrem Ärger Luft gemacht. Die Proteste richteten sich erstmals offensiv gegen Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.

Erneut haben am Montagabend tausende Menschen im Frankfurter Airport gegen den Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet protestiert. Die Organisatoren sprachen von mehreren tausend, die Polizei von rund 2500 Demonstranten - etwa 200 weniger als genau eine Woche zuvor. Diesmal erscholl nach Angaben der Organisatoren erstmals vielstimmig der Ruf „Bouffier muss weg“ - wohl als Reaktion auf ein Treffen des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) mit Fluglärmgegnern in der vergangenen Woche. Aus deren Sicht war das Gespräch enttäuschend verlaufen.

Am Montagabend forderten die Organisatoren außerdem dazu auf, dem neuen deutschen Präsidenten des EU-Parlaments, Martin Schulz (SPD), Protestbriefe zu schreiben. Diese sollten sich gegen neue EU-Pläne richten, mit denen ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen ausgehebelt werden könnte.

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Schon vor Weihnachten hatten sich regelmäßig mehrere tausend Demonstranten im Terminal 1 versammelt. Zu den Montagsdemonstrationen aufgerufen hat das „Bündnis der Bürgerinitiativen“, das sich gegen den Ausbau des Flughafens wehrt und ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22.00 und 06.00 fordert.

Im vergangenen Oktober war die neue Landebahn eröffnet worden. Seitdem hat der Streit über Fluglärm an Schärfe gewonnen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel hat im Oktober ein vorläufiges Nachtflugverbot verfügt, bis das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein endgültiges Urteil fällt. Die hessische Landesregierung will mit einer Klage in Leipzig Ausnahmen erlauben. Im März soll darüber verhandelt werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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