Bald Entlastung für Neu-Isenburg am Morgen?

Lärmpausen am Flughafen nicht nur als Test

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Raunheim - Das Konzept der Lärmpausen am Flughafen wird wohl vom Probe- in den Regelbetrieb übergehen. Die Fluglärmkommission (FLK) als beratendes Gremium von Anwohnerkommunen, Politik und Luftverkehrswirtschaft sprach sich gestern mit klarer Mehrheit für die Einführung der bisher nur bei Westwind praktizierten Bündelung des Start- und Landebetriebs auf bestimmten Rollbahnen aus. Von Michael Eschenauer

Außerdem wurde vom Verkehrsministerium angekündigt, dass man bis Sommer einen Vorschlag zur Einführung einer Lärmobergrenze vorlegen will. Mit den Lärmpausen sollen stark belastete Städte mehr Ruhe erhalten. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte vor wenigen Wochen Messungen der Testphase vorgelegt, nach denen die Lärmpausen den Krach im südlichen Frankfurt und im nördlichen Offenbach am Abend durch die Konzentration des Landebetriebs auf die Süd-Landebahn deutlich senken. Gleichzeitig steigt aber am Abend der Krach im Süden Offenbachs und in Neu-Isenburg. Im Gegenzug sollen Neu-Isenburg und Süd-Offenbach am Morgen geschont werden, wenn sich die Anflüge auf Center und Nordwest-Landebahn konzentrieren. Der Grünen-Minister hatte die Einführung der Lärmpausen befürwortet, die FLK zunächst eine neutrale Position vertreten. FLK-Vorsitzender Thomas Jühe (SPD) sprach gestern von einer insgesamt „offenkundig“ die Belastungen senkenden Wirkung. In Offenbach, das von Anflügen auf drei Bahnen betroffen sei, könne man allerdings nur sehr begrenzte Effekte feststellen. Jühe musste zugeben, dass neuen Befragungen zufolge nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt irgendeine Wirkung der Lärmpause gespürt hat.

Die FLK hat das Verkehrsministerium außerdem aufgefordert, zu prüfen, ob in der Zeit von 22.30 bis 23 Uhr und von 5 bis 5.30 Uhr die Zahl der Flugbewegungen auf Null oder zumindest deutlich gesenkt werden kann. Jühe sprach von „einem Kampf um jedes Dezibelchen“. Maximalforderungen wie nach einem Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, einer Begrenzung der Flugbewegungen auf 380.000 pro Jahr oder einem Rückbau der Nordwest-Landebahn verhinderten, dass man der Flugsicherung und der Luftverkehrswirtschaft echten Druck machen könne. Grund: Die Maximalforderungen seien rechtlich wegen des Planfeststellungsbeschlusses nicht durchsetzbar. Helfen will die Kommission Neu-Isenburg. Hier gebe es am frühen Morgen eine zu starke Belastung dadurch, dass knapp 70 Prozent der Flugzeuge auf der der Stadt nahen Centerbahn landeten und nur 30 Prozent auf der Nordwestbahn. Man habe Fraport und die Flugsicherung aufgefordert, dieses Ungleichgewicht zu beenden. Es müsse mehr Landungen auf der Neu-Isenburg fernen Nordwest-Landebahn geben.

Fluglärm-Urteile für Frankfurter Flughafen

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Der Lärm macht mir nichts aus, wer im Rhein-Main-Gebiet wohnt, muss mit Krach rechnen - unabhängig von den Lärmpausen.
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dpa

Quelle: op-online.de

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