Flugsicherung verteidigt Südumfliegung

„Flugrouten fallen nicht vom Himmel“

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Langen/Frankfurt - Den Lärm vom Frankfurter Flughafen will keiner haben. Die umstrittene Südumfliegung verteilt ihn weiter ins Land. Die Langener Flugsicherung hält das Abflugverfahren trotz des VGH-Urteils nach wie vor für die beste Lösung.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat die sogenannnte Südumfliegung am Frankfurter Flughafen verteidigt. Diese vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) vorige Woche gekippte Abflugvariante berücksichtige den Lärmschutz der Bevölkerung am besten, sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle in Langen. „Flugrouten fallen nicht vom Himmel, sondern sind das Ergebnis eines breiten Dialogs“, so Scheurle. Beim Vorschlag dieser Route an das Bundesamt für Flugaufsicht habe die DFS neben der als absolut gesetzten Sicherheit dem Lärmschutz einen gewissen Vorrang vor der Kapazität des Flughafens eingeräumt. Mit dieser „bürgernahen Praxis“ befinde man sich auf dem richtigen Weg.

Der Vorschlag der Südumfliegung bei Starts in Richtung Westen sei aus der Fluglärmkommission selbst gekommen, um insbesondere flughafennahe Kommunen vom Lärm zu entlasten, erläuterte Scheurle. Nun hätte andere, weiter entfernte Kommunen die Solidarität der Kommission verlassen und ihrerseits erfolgreich beim VGH geklagt.

„Die Südumfliegung wird absolut sicher geflogen“

Bis zur Rechtskraft des Urteils werde das Abflugverfahren weiter angewendet, erklärte der DFS-Chef. Sicherheitsbedenken gebe es keine. „Die Südumfliegung wird absolut sicher geflogen.“ Über mögliche Rechtsmittel gegen die Entscheidung aus Kassel entscheide aber nicht die DFS, sondern das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung. Es gilt allerdings als sehr wahrscheinlich, dass der Schritt vor das Bundesverwaltungsgericht gegangen wird.

Dass wegen der Südumfliegung bei Westbetrieb nicht die volle Kapazität des Flughafens ausgenutzt werden kann, stelle derzeit kein Problem dar, weil die Nachfrage nach zusätzlichen Starts und Landungen ohnehin noch nicht vorhanden sei, sagte der DFS-Chef. Der Eckwert von 126 Flugbewegungen pro Stunde werde erst für das Jahr 2020 angestrebt. Derzeit erreicht Deutschlands größter Flughafen bei Westbetrieb maximal 96 Flugbewegungen. Die Startbahnen Center und West dürfen wegen der Südumfliegung nicht unabhängig voneinander betrieben werden.

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Probleme mit dem Urteil zur Südumfliegung hat auch die Fluglärmkommission (FLK). Wenn bei der Abwägung über Flugrouten die Kapazität des Airports Vorrang vor dem Lärmschutz habe, sei es für das Gremium schwierig, Vorschläge zu machen, sagte FLK-Vorsitzender Thomas Jühe. „Wir haben klare Kriterien, die Fluglärmkommission kann Lärmverschlechterung nicht hinnehmen.“ Nun müsse die schriftliche Begründung des Urteils abgewartet werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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