Flugsicherung sorgt für Ordnung am Himmel

Freigabe für Luftballons

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Eine Mitarbeiterin des „Aeron autical Information Service Centre“ der Deutschen Flugsicherung vor einer Bildschirm-Darstellung des Frankfurter Flughafens.

Frankfurt - Einfach Losfliegen geht gar nicht. Bevor in Deutschland ein Flugzeug abhebt, muss sich der Pilot Informationen über Wetter und Luftraum besorgen. Doch nur ein kleiner Teil der Flüge wird eng von den Lotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) überwacht.

Auch für den kurzen Trip zum nahe gelegenen Flugplatz hält das bundeseigene Unternehmen wichtige Informationen bereit.

Meistgenutzter Kanal ist das Internet, die Planer sind allerdings auch über Fax oder Telefon erreichbar. Luftraumkarten und Aktenordner haben nahezu ausgedient im „Aeronautical Information Service Centre“ (AIS-C), untergebracht in einem unscheinbaren Bürogebäude in Frankfurt-Rödelheim. Mit Hilfe des Computers planen hier rund 60 Experten im Schichtdienst Flüge, sammeln und verbreiten die international standardisierten Störungsmeldungen oder koordinieren Landegenehmigungen der Flughäfen. Noch vor zehn Jahren war das Team mehr als doppelt so groß und auf 18 Standorte in der gesamten Republik verteilt.

Nur für einen kleinen Teil der täglich stattfindenden Flüge muss zuvor ein exakter Flugplan erstellt werden, erläutert der erfahrene Pilot und Flugtrainer Peter Ahlers aus Egelsbach: Etwa zu Zielen im Ausland oder wenn die Piloten nach den Bordinstrumenten und nicht auf Sicht fliegen müssen. „Für einen kleinen Trainingsflug in den Vogelsberg oder ein paar Platzrunden brauche ich keinen Flugplan“, schildert Ahlers den häufigeren Fall an den fast 1000 Flugplätzen der Republik.

Kostenfreier Service für Piloten

Rund 140.000 Flugpläne bearbeiten die Frankfurter im Jahr. In der Regel beantragen die Piloten über ein Internet-Formular die gewünschte Flugstrecke, für die auch ad hoc ein Vorschlag abgerufen werden kann. Genehmigt wird der konkrete Flug danach nicht von der Deutschen Flugsicherung selbst, sondern sekundenschnell von der europäischen Koordinierungsstelle Eurocontrol. Die Pläne enthalten unter anderem Abflug- und Ankunftszeit, Reisegeschwindigkeit, Flugstrecke, Höhe, Zielflugplatz und Ausweichplätze.

Der Service ist für die Piloten und ihre Auftraggeber kostenfrei. „Je besser die Piloten auf ihre Flüge vorbereitet sind, desto sicherer ist der Luftraum“, sagt der Leiter des Informationszentrums, Albert Wegert. Auf jeden Fall müsse man vermeiden, dass jemand aus Kostengründen auf vorliegende Informationen verzichtet. Finanziert wird die Arbeit aus dem allgemeinen, über Gebühren finanzierten Haushalt der Deutschen Flugsicherung.

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Neben der Flugplanung und -beratung hat die DFS-Außenstelle noch weitere Aufgaben. Wer etwa bei einer Feier mehr als 500 Luftballons aufsteigen lassen will, benötigt für diese „besondere Nutzung des Luftraums“ eine Freigabe der Frankfurter. Auch Fallschirmspringer müssen hier ihre Aktivitäten anmelden - rund 100 Anfragen pro Tag kommen dabei zusammen.

Eine Art Lebensversicherung für Hobbypiloten ist die deutschlandweite Überwachung geplanter Flüge zu kleineren Landeplätzen. Wenn sich ein Pilot 30 Minuten nach seiner geplanten Landezeit noch nicht gemeldet hat, wird ein großes Such- und Rettungsprogramm angeschoben. Damit dies möglichst auch weiterhin nur etwa zwei Mal im Jahr passiert, fangen die zuständigen DFS-Flugberater schon sehr bald nach der verstrichenen Plan-Landezeit an, dem Flieger hinterherzutelefonieren. Rund zehn Prozent der Landungen werden nicht korrekt gemeldet, berichtet Schmitz. „Ein guter Tipp ist immer auch ein Anruf in der Flughafenkneipe. Da sitzen die Piloten manchmal schon gemütlich beim Landebier.“

dpa

Quelle: op-online.de

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