Förderung der Modellregion läuft weiter

Offenbach (mad) ‐ Zum dicken Lob für das, was der Veranstalter auf die Beine gestellt hatte, kam aus berufenem Munde auch noch die gute Nachricht: Die Modellregion Elektromobiliät Rhein-Main, deren Leitstelle in Offenbach angesiedelt ist, wird auch über das nächste Jahr hinaus vom Bund gefördert, versprach Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, gestern bei der von der Leitstelle initiierten Tagung im Offenbacher Büsingpalais.

Entsprechend entspannt konnte Volker Lampmann, Chef der vierköpfigen Leitstelle, denn auch von den teils schon angeschobenen, teils noch geplanten 16 Projekten in der Modellregion berichten, die sich von Kassel bis Darmstadt, von Mainz bis Aschaffenburg erstreckt.

Im Mittelpunkt stand dabei natürlich das, was in Offenbach passiert:

Das prestigeträchtigste, laut Lampmann das „Symbol für die Modellregion“, ist ein Elektrobus, der ab März für drei Monate testweise auf der Line 103 zwischen Mühlheim, Offenbach und Frankfurt rollen wird. Das zwölf Meter lange Fahrzeug mit einer Reichweite von rund 100 Kilometern, dessen Einsatz nur tagsüber geplant ist, wird derzeit in Portugal zusammengebaut.

Elektrofahrzeuge samt Ladestationen zum Anfassen und Ausprobieren werden 2011 auf dem Markplatz an der Ecke Berliner Straße/Schlossstraße auf Benutzer warten. Wer möchte, kann dort im Zuge eines Car- und Pedelec-Sharing in einen von zwei Kleinwagen ein- oder auf eines von 15 Leih-Elektrofahrrädern aufsteigen. Die zweisitzigen Strom-Wägelchen der norwegischen Marke Think-City (Foto) haben eine Reichweite von 120 Kilometern.

Auf dem Gelände der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) in der Senefelder Straße soll spätestens im Januar eine Elektro-Tankstelle mit zwei Schnellladesystem stehen. Die SOH kann dort ihr beiden Elektroautos auftanken, die für Botenfahrten genutzt werden.

Auch beim Stadtdienstleister ESO wird’s leiser. Ein schon gekauftes Müll-Hybridfahrzeug, bestückt mit Diesel- und Elektromotor, ist zum Jahresanfang 2011 im Einsatz. Der Abfall-Laster macht vor allem im Sammelbetrieb in den Wohngebieten, wenn auf Elektromotor umgeschaltet ist, weniger Lärm.

„EVO Motion“ heißt das Projekt, das mit der Energieversorgung Offenbach läuft. Es geht dabei um die Entwicklung und Bereitstellung einer Elektromobilitäts-Infrastruktur auf Basis eines Miet-Systems mit unterschiedlichen Elektrofahrzeugen (E-Transporter, E-Auto, E-Roller, Segways). Die Fahrzeuge hat die EVO zum großen Teil schon angeschafft, die Überlegungen für die konkrete Ausgestaltung des Sharing-Systems laufen noch, hieß es gestern.

Bereits in die Pedale treten können Rathaus-Mitarbeiter, denen der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main 14 von 200 Pedelecs zur Verfügung gestellt hat.

„Ziel der Projekte in der Modellregion ist die Marktvorbereitung“, sagt Volker Lampmann. Deshalb ist für sie parallel auch eine technische und sozialwissenschaftliche Begleitforschung angesagt.

Quelle: op-online.de

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