2009 hatten 61,1 Prozent abgestimmt

Forscher sicher: Wahlbeteiligung wird steigen

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Mannheim/Wiesbaden - Ganz nach dem Vorbild Bayern: Die Forschungsgruppe Wahlen rechnet bei der Landtagswahl an diesem Sonntag in Hessen mit deutlich mehr Menschen in den Wahlkabinen als noch vor vier Jahren.

„Wenn eine Landtagswahl mit der Entscheidung im Bund zusammenfällt, dann hat das positive Effekte auf die Wahlbeteiligung“, sagte Wahlforscher Matthias Jung heute in Mannheim der Nachrichtenagentur dpa. „Wir werden auf jeden Fall eine höhere Beteiligung in Hessen haben.“ Bei der vorherigen Landtagswahl 2009 hatten 61,1 Prozent ihre Stimme abgegeben, das war die bislang niedrigste Wahlbeteiligung im Land.

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Für die zeitgleiche Bundestagswahl am 22. September erwartet der Wahlforscher dagegen keine ähnlich steigende Beteiligung wie am vergangenen Sonntag in Bayern. Dass bei der Landtagswahl mehr Menschen ihr Kreuz machten, habe mit der besonderen Situation in Bayern zu tun. „Diese Entwicklung kann man nicht zwangsläufig auf die Bundestagswahl übertragen. Da muss man sehr vorsichtig sein“, betonte der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen. Eine leichte Zunahme sei aber möglich. Das hänge von der Dynamik des Wahlkampfes in den letzten Tagen vor der Entscheidung am Sonntag ab.

In Bayern hatte die Wahlbeteiligung mit 63,9 Prozent deutlich über der von 2008 gelegen, als 57,9 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt hatten. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2009 lag die Beteiligung bei 70,8 Prozent.

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Die Jugendorganisationen der politischen Parteien fordern zudem alle jungen Erwachsenen auf, am 22. September wählen zu gehen. Parteiübergreifend erklärten Junge Union, Jungsozialisten, Jungliberale und Grüne Jugend Hessen am Montag in Wiesbaden, der Gang zur Urne sei ein Privileg und sollte selbstverständlich sein. „Mit ihrer Stimme haben die jungen Menschen die Chance über ihre Zukunft mitzuentscheiden. Nur wer dieses Recht wahrnimmt, kann etwas verändern“, erklärten die Vorsitzenden. In Hessen gibt es zur Bundes- und Landtagswahl rund 143.000 Erstwähler. Besonders an sie richtet sich der Aufruf der Organisationen.

dpa

Quelle: op-online.de

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