Im Institut für Stadtgeschichte

Fotoausstellung blickt zurück auf Frankfurt in den 50ern

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Das Areal zwischen Dom und Römer war in den 50er Jahren eine Öde. Wieder bebaut war nur die Peripherie.

Frankfurt - Frankfurt ist eine Stadt des ständigen Wandels. Eine Dauerbaustelle. Der Zustand des fortwährenden Übergangs ist dabei keine Erfindung von heute. Von Christian Riethmüller

Bedingt durch die massiven Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg bekam Frankfurt in den 50er Jahren ein nahezu gänzlich neues Gesicht, was besonders für seine Innenstadt galt. Wo einst Deutschlands größte zusammenhängende Altstadt stand, klaffte nun eine riesige Lücke. Zehntausende Menschen hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Beim Wiederaufbau der Innenstadt wurde daher nicht mehr auf alte Gassen und Sträßchen geachtet, sondern schnellstmöglich Wohnraum geschaffen und außerdem alles getan, um dem motorisierten Verkehr gerecht zu werden. Straßen wurden verbreitert, neue Verkehrsachsen durchbrochen und die ersten Parkhäuser errichtet. Gleichzeitig wurde der Flughafen ausgebaut und direkt daneben das Frankfurter Kreuz geschaffen.

Frankfurter Nachtleben 1960

Nicht zuletzt diese Verkehrsanbindung trug dazu bei, dass Frankfurt sich in den 50er Jahren rasanter entwickelte und das Wirtschaftswunder hier besonders durchschlug. Auch die Versprechungen des „American Way of Life“, propagiert von den amerikanischen Besatzern, die in der Stadt ihr Hauptquartier hatten, klangen in der Mainmetropole noch verlockender als in anderen westdeutschen Kommunen. In diese Zeit entführt nun eine Fotoausstellung im Institut für Stadtgeschichte. Im Dormitorium des Karmeliterklosters präsentieren die beiden Kuratoren Michael Fleiter und Tobias Picard rund 150 Abbildungen, die unter Schlagworten wie „Drehkreuz“, „Wirtschaftswunder“, „Konsum“, „Unterhaltung“, „Kultur“ oder „Heimat“ eindringlich Frankfurts endgültigen Sprung in die Moderne vor Augen führen.

Bilder: Fotoausstellung von Lenny Kravitz in Wetzlar

„Alte“ Frankfurter oder Rhein-Mainer werden angesichts der ausgewählten „Schauplätze“ gewiss in Erinnerungen schwelgen können, doch ist die Ausstellung nicht nur unter nostalgischen Gesichtspunkten reizvoll. Weil viele städtebauliche Entscheidungen der damaligen Zeit Auswirkungen bis heute haben, ist die Schau, zu der nach Angaben von Institutsleiterin Evelyn Brockhoff Folgeveranstaltungen zu den 60er, 70er, 80er und 90er Jahren geplant sind, nachgerade aktuell. Zur Ausstellung ist im Frankfurter Verlag Henrich Editionen ein sehr empfehlenswerter, reich bebilderter Begleitband (192 Seiten, 14,90 Euro) erschienen.

„Schauplätze. Frankfurt in den 50er Jahren“ ist bis 6. November im Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster, Münzgasse 9, zu sehen. Öffnungszeiten: Mo - Fr 10 bis 18 Uhr, Sa, So 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: op-online.de

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