Große Pläne für Areal an der Adickesallee

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Blickfang an der Adickesallee bei der Fahrt in Richtung A66: der verlassene Komplex der Oberfinanzdirektion.

Frankfurt - „Eine finale Entscheidung ist noch nicht gefallen“. Angelika Werner, die Sprecherin der Frankfurt School of Finance (FSF), mochte gestern nur halb Medienberichte bestätigen, die bereits den Umzug der privaten Bank-Hochschule an die Adickesallee verkünden. Von Michael Eschenauer

Man befinde sich mit der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen in „guten Gesprächen“, so Werner. Allerdings könne man keine Entscheidungen treffen, solange nicht die Bedingungen für Neubau und Grundstückserwerb auf dem Tisch lägen. Die scheidende Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) hatte vor wenigen Tagen mit der Ankündigung des Umzugs der FSF und eines neuen Stadtviertels nebenan die Frankfurter Politik aufgemischt.

Die FSF arbeitet derzeit im Ostend auf 17 000 Quadratmetern. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der Studenten von 1500 auf 1800 anwachsen. Ziel sei es, die Verhandlungen bis zum Herbst zu beenden, heißt es von seiten der Hochschule. Verlässt die FSF das Ostend, entstünde Platz für einen Ausbau des dortigen städtischen Bildungszentrums. Die FSF plant seit Jahren, von der Sonnemannstraße in Nachbarschaft zur neuen Europäischen Zentralbank wegzuziehen. Grund sind Raumprobleme. Werner verschweigt nicht das große Interesse an dem fraglichen Areal, auf dem die aus den 50er Jahren stammende denkmalgeschützte Oberfinanzdirektion steht. Klar ist, dass der mit schädlichen Baumaterialien belastete Komplex nicht mehr saniert werden kann. Seit den 70ern ist giftiger Teerkleber tief in die Bausubstanz eingedrungen. Seit drei Jahren steht das Gebäude leer. Der auf Stützen vorgelagerte Pavillon bleibt aber.

Die Neubebauung soll an die Baumassen des alten Komplexes erinnern. Laut Werner gibt es für die Schule zwei Möglichkeiten, um an das exzellent gelegene Grundstück in der Nähe zum Westend-Campus der Goethe-Uni zu kommen, das Land und Bund gehört: Entweder man kauft oder man schließt einen Erbpachtvertrag. Die Stadt Frankfurt arbeitet derzeit an einem Bebauungsplan für das Gebiet, das in westlicher Richtung bis zum Polizeipräsidium reicht. Vorgesehen sind ein Wohnquartier, aber auch Hochschul-Nutzungen. Auf dem Gebiet befinden sich drei weitere ebenfalls praktisch leere Bürogebäude.

Quelle: op-online.de

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