Suchtexperten fordern härtere Maßnahmen

Alkoholcent und höhere Steuern

Frankfurt - Scharfe Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholkonsums hat die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) gefordert.

Notwendig seien eine Regulierung der Werbung für Alkohol ähnlich der für Zigaretten, eine einheitliche Besteuerung von Bier, Wein und Spirituosen sowie die Einführung eines Alkoholcent, also einer Abgabe auf alkoholische Getränke zur Sicherung der Finanzierung von Suchtvorbeugung.

Zur Begründung verwies die HLS auf die Gefahren des Alkoholkonsums. 1,8 Millionen Menschen in Deutschland gelten als alkoholabhängig, jeder vierte Mann hierzulande, der im Alter von 35 bis 65 Jahren stirbt, ist ein Opfer seiner Alkoholsucht. Europaweit sorgt Alkohol nach Rauchen und Bluthochdruck für die meisten Krankheits- und Todesfälle. Mit einem Festakt erinnerte der gemeinnützige Verein HLS gestern in Frankfurt an seine Gründung vor genau 65 Jahren. Zu den Festrednern gehörte auch der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU).

Gab es in  den ersten Jahren gerade einmal zwei Suchtberatungsstellen und eine stationäre Therapieeinrichtung in Hessen, kümmern sich heute Mitarbeiter in 85 Beratungsstellen und 35 Therapiezentren um die Kranken. Die Zahl der Selbsthilfegruppen ist in dieser Zeit von zehn auf 850 geradezu explodiert.

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Quelle: op-online.de

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