Schrottautos für viel Geld verkauft

Frankfurt (mic) - „Da draußen wartet eine Million Autos auf dich. Welcher ist dein Nächster?“ Die Werbeslogans der Internet-Autohändler klingen klasse. Dennoch ist gerade bei den anonymen, kaum zu kontrollierenden Märkten des worldwideweb Vorsicht ratsam.

Dies zeigt erneut der Fall einer 25 Personen umfassenden Autoschieberbande, gegen die der Generalstaatsanwalt in Frankfurt Anklage wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs sowie Urkundenfälschung in 13 Fällen erhoben hat.

Die zwei Hauptverdächtigen - ein Deutscher und ein Rumäne im Alter von 27 und 57 Jahren - sollen von März 2011 bis zum Januar 2012 betagte Audi, BMW und VW mit hohen Kilometerständen aufgekauft haben. Den früheren Eigentümern wurde weisgemacht, man werde die Fahrzeuge nach Rumänien exportieren, weshalb keine Umsatzsteuer fällig wurde. Die Wagen blieben allerdings nicht nur in Frankfurt, sondern die Angeklagten verkauften sie dort weit über Einstandspreis weiter. Dabei manipulierten sie die Tachostände um bis zu 200.000 Kilometer nach unten. Laut Generalstaatsanwaltschaft hatten die Autos „teilweise massive Mängel wie Unfall- und Getriebeschäden, die verschwiegen wurden“.

Ferner wurden die Herkunft der Wagen verschleiert und Servicehefte gefälscht. Verkauft wurden die Schrottkarren über die Internetplattformen mobile.de und autoscout24.de. Dabei traten rumänische Bandenmitglieder ohne festen Wohnsitz als Verkäufer auf. Ausgestattet waren sie mit falschen Identitäten sowie einer eigens für die Transaktion eingerichteten Handynummer und Email-Adresse. Käufer, die später erkannten, welches Alteisen man ihnen für viel Geld aufgeschwätzt hatte, hatten deshalb kaum Chancen, zivilrechtliche Ansprüche gegen die Betrüger geltend zu machen.

Quelle: op-online.de

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