„Kunden zahlen Millionen drauf“

Frankfurt - Betrug beim Abwiegen von Lebensmitteln im Handel ist illegal, betont die Ernährungsexpertin Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen.

Fällt es wirklich ins Gewicht, wenn der Kunde dünnes Verpackungspapier mitbezahlt?

Das tut es, vor allem bei hochpreisigen Waren wie Fleisch oder Feinkost. So ein gewachstes Verpackungspapier wiegt je nach Größe bis zu zehn Gramm. Da kann es passieren, dass ein Kunde, der 100 Gramm Edelsalami für 2,20 Euro kaufen will, 22 Cent für das Papier hinlegen muss. Und das ist nicht erlaubt. Der Handel ist gesetzlich verpflichtet, beim Verkauf von loser Ware nur das Nettogewicht - also ohne Verpackung - zu berechnen.

Gibt es viele schwarze Schafe im Handel?

Überprüfungen im Handel in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass in über einem Drittel der Verkaufsstellen die Ware nicht korrekt abgewogen wird. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen an einem Tag in einer Großstadt einkaufen ... So kommen Tausende Euro zusammen. Im Jahr beläuft sich die Summe dann auf Millionen, die Kunden an unzulässigem Verpackungsaufschlag gezahlt haben. Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist Betrug - egal, ob das aus Unachtsamkeit oder absichtlich geschieht. Die Händler sind hier in der Pflicht.

Was können die Verbraucher dagegen tun?

Sie sollten beim Einkauf an der Bedienungstheke darauf achten, dass das Personal beim Abwiegen die Tara-Taste drückt. Das erkennt man daran, dass die Waage vor dem Auflegen der Verpackung einen Minuswert angibt. Oder die Waage muss auf null stehen, wenn das Verpackungsmaterial schon liegt. Wenn die Anzeige auf der Waage nicht gut zu sehen ist, sollte man ruhig nachhaken. Und wenn es wiederholt Ärger gibt, können Verbraucher die Geschäfte den Eichämtern melden.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare