„Blinden-Museum" bleibt geöffnet

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Bei der Ausstellung "Dialog im Dunkeln" im Frankfurter DialogMuseum führen Blinde.

Frankfurt - „Ich habe am Sonntag meinen 9. Geburtstag bei euch gefeiert. Das werden wir alle niemals vergessen. Danke, ihr seid super!“ Diese und andere begeisterte Lobeshymnen lassen sich im Gästebuch des DialogMuseums Frankfurt lesen. Dennoch stand das Museum kurz vor dem Aus. Von Lara Sturm

Die Besucherzahlen von „Dialog im Dunkeln“ halten sich konstant gut. Dennoch hat sich 2012 für das Museum als verflixtes siebtes Jahr erwiesen: Durch die Arbeitsmarktreformen wurde dem Museum eine der Grundlagen des unternehmerischen Konzepts entzogen, das auf staatlich geförderte Mitarbeiter setzte. Wurde man 2011 noch von 15 Mitarbeitern auf der Basis von „Arbeitsgelegenheiten“ unterstützt, waren es 2012 nur noch zwei. Das Museum schrieb trotz der Förderung durch Frankfurt und Eschborn rote Zahlen. 80.000 Euro fehlten am Ende.

Konzentration auf "Dialog im Dunkeln"

In Zukunft will man das Angebot entschlacken und die Konzentration auf das Herzstück, die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“, legen. Mit wechselnden Aktionen sollen die Besucherzahlen gehalten werden. Dies bedeutet, dass der Betrieb des „DialogCafés“, des Spielangebots „Casino for Communication“ und der Erlebnisgastronomie „Taste of Darkness“ voraussichtlich im April endet. Für „Taste of Darkness“ wird allerdings nach neuen Räumen gesucht, und auch „Dialog im Dunkeln“ bleibt Frankfurt erhalten.

Eintritt wird um zwei Euro teurer

Um kostendeckender zu arbeiten, wird der Eintritt ab Februar um zwei Euro teurer. Vier der 35 Mitarbeiter mussten entlassen werden. Zudem wird sich die Geschäftsführerin Klara Kletzka zum 1. Juli aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Matthias Schäfer wird die Leitung alleine übernehmen. Für Kletzka, von Anfang an in Frankfurt dabei, bedeutet dies „einen emotionalen Einschnitt“. Dennoch blicke das DialogMuseum „positiv in die Zukunft“, so Schäfer. „Also“, lacht Andreas Heinecke, Gründer von Dialog im Dunkeln, „schreiben Sie bitte nicht, dem DialogMuseum gehen die Lichter aus. Was uns auszeichnet, ist unser Durchhaltevermögen.“

Infos unter www.dialogmuseum.de.

Quelle: op-online.de

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