Diana Damrau gastiert in Alter Oper

In Frankfurt hat sie viele Freunde

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Die Star-Sopranistin gehörte von 1999 bis 2002 zum Frankfurter Opern-Ensemble. Foto: dpa

Frankfurt - Sie gilt als eine der besten Sopranistinnen, wird auf den großen Bühnen der Welt gefeiert: Diana Damrau. Jetzt geht die 43-Jährige mit einem Belcanto-Programm auf Europa-Tournee. Von Axel Zibulski

Erste Station in Deutschland ist Frankfurt, wo die mehrfache „Echo“-Preisträgerin ihre Karriere startete. Es geht Diana Damrau um nicht weniger als „die Extreme der menschlichen Stimme“. Auch wenn, da ist sich die Sopranistin sicher, die „artifiziellen Virtuosenstücke nicht artifiziell wirken dürfen“. So wie die Wahnsinns-Arie aus Gaetano Donizettis Oper „Lucia di Lammermoor“. Diese Bravour-Nummer wird beispielsweise erklingen, wenn die gebürtige Günzburgerin gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem französischen Bassbariton Nicolas Testé, am nächsten Montag in der Alten Oper Frankfurt auftritt.

Diana Damrau hat, wie sie im Gespräch verrät, „auf die Dramen des Belcanto gewartet“. Will heißen: Leichteren italienischen „Schöngesang“, also beispielsweise Donizettis komische Opern vom „Liebestrank“ oder um den alternden Junggesellen Don Pasquale, sang die 43-Jährige bereits vor längerer Zeit. Ernstes von Vincenzo Bellini, dem frühen Giuseppe Verdi oder eben die Titelpartie aus Donizettis schottischem Adelsdrama „Lucia di Lammermoor“, die sie unlängst an der Bayerischen Staatsoper in München interpretiert hat, sind nun dazugekommen: „Jetzt ist die Zeit dafür da, jetzt habe ich die Möglichkeiten, dass ich das singe. Das ist zu spüren, wenn man aufmerksam in sich hineinhört.“

Einstieg im „heißesten Moment“

Wenn Damrau und ihr Partner Nicolas Testé in der Alten Oper vor die begleitende Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz treten, wird es einzelne Arien zu hören geben: „Man steigt dann halt immer in den heißesten Moment ein. Ich versuche, in Kürze in den Charakter der Oper einzudringen – und hoffe, dass die Vorgeschichte im Programmheft steht!“ Wobei das Szenario von Belcanto-Geschichtchen wie Vincenzo Bellinis „Schlafwandlerin“ („La Sonnambula“) oder dessen „Puritanern“, aus denen Ausschnitte erklingen werden, nun auch nicht überschätzt werden sollte.

Zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren haben Diana Damrau und Nicolas Testé. „Wir sind beide professionelle Sänger und haben unsere Kalender aufeinander abgestimmt.“ Als sie in München „Lucia di Lammermoor“ sang, war er der Philosoph Colline in der gleichzeitig laufenden Produktion von Giacomo Puccinis „La Bohème“. „Irgendwann werden wir uns auch sesshaft machen“, glaubt die Sopranistin lachend, die nach ersten Engagements an den Theatern in Würzburg und Mannheim von 1999 bis 2002 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt war: „Ich werde, wenn ich jetzt zurückkomme, bestimmt durch Frankfurt wandern und ein paar Freunde treffen.“ Mittlerweile liegt Damraus Lebensmittelpunkt in der Nähe von Zürich.

An der Oper Frankfurt war sie einst der Koloraturen-Star. Auf ihrer neuen, ebenfalls vorwiegend dem Belcanto gewidmeten CD singt sie nicht nur aus Verdis „Traviata“ oder „Luisa Miller“ (auch in der Alten Oper auf dem Programm), sondern erweitert ihr Repertoire bis hin zur Wende zum 20. Jahrhundert, mit Nummern aus Puccinis „La Bohème“ oder Leoncavallos „Bajazzo“: „Das würde ich auf der Opernbühne jetzt nicht machen. Und die Aufnahme ist ja auch kein Bewerbungsschreiben.“ Was sie vokal auf der CD einlöst, verspricht Diana Damrau freilich uneingeschränkt für ihr Frankfurter Konzert: „Wir wollen diese italienischen Melodien, dieses Feuerwerk loslassen!“

Diana Damrau (Sopran) und Nicolas Testé (Bassbariton) singen in der Alten Oper Frankfurt am 13. April (Beginn: 20 Uhr) Musik aus Opern von Bellini, Donizetti und Verdi.

Quelle: op-online.de

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