Flugpersonal kämpft für schärfere Regeln

Demo: „Dienstzeiten der Piloten begrenzen“

Frankfurt - Mit einem europaweiten Aktionstag wollen Piloten und Flugbegleiter gegen geplante Dienstzeitvorschriften demonstrieren, die ihrer Ansicht nach die Flugsicherheit gefährden. Die Europäische Cockpitvereinigung (ECA) hat Aktionen in mehr als 20 europäischen Städten organisiert, auch in Frankfurt.

Die Kritik der Gewerkschaften richtet sich gegen die von europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA erarbeiteten Richtlinien. Die Vorschläge zu den künftigen Regelungen stellten eine vorsätzliche Gefährdung der Passagiere dar, erklärte Schulz. „Die EASA hat bei der Erarbeitung sicherer Flugdienstrichtlinien versagt. Sie ist beratungsresistent, so dass wir nun nur noch auf die Vernunft der Politiker hoffen können.“

Die Behörde habe die Chance verpasst, die bislang historisch gewachsenen Flugdienstzeiten endlich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen einheitlich zu gestalten. Stattdessen habe man den Wünschen der Fluggesellschaften nach maximaler Nutzbarkeit ihres Personals nachgegeben.

Gegen Nachtflüge von einer Dauer von über zehn Stunden

Hauptkritikpunkte des fliegenden Personals sind Nachtflüge mit einer Dauer von mehr als zehn Stunden, überlange Arbeitstage in der Kombination von Bereitschaftsdiensten und Flugdiensten sowie die ungenügende Berücksichtigung von Mehrfach-Starts und Landungen.

Nach den EASA-Vorschlägen wäre es laut Gewerkschaft möglich, dass ein Pilot noch nach 22 bis 24 Stunden Wachzeit seine letzte Landung hinlegen müsste. „Das ist keinesfalls sicher“, sagte der VC-Chef. Die Sicherheitsstandards dürften auch nicht wie von der EASA vorgeschlagen nach unten nivelliert werden. Schärfere Regeln in den Mitgliedsstaaten müssten weiterhin gelten.

EU-Komission soll Richtlinien verbessern

Schulz appellierte an die EU-Kommission, die EU-Parlamentarier und die Politiker aus den Mitgliedstaaten, an dem EASA-Entwurf noch Verbesserungen durchzusetzen. Einmal beschlossen würden die Richtlinien voraussichtlich auch von vielen anderen Fluggesellschaften rund um das Mittelmeer und am arabischen Golf übernommen. Die EASA-Vorschläge enthielten auch vernünftige Aspekte, so dass man nicht alles neu machen müsse.

„Die Politiker sind verantwortlich, dass die Menschen in Europa sicher fliegen können.“

 dpa

Quelle: op-online.de

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