Keine „Durchlöcherung“ des Verbots

Rund 40 Prozent weniger Nachtflüge in Frankfurt

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Frankfurt/Wiesbaden - Rund 40 Prozent weniger Starts und Landungen in der Nacht am Frankfurter Flughafen: Hessens scheidender Verkehrsminister feiert das als Erfolg.

Die Überwachung des Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen gehörte zu seinen delikatesten Aufgaben. Bevor er in wenigen Tagen aus dem Amt ausscheiden wird, meldet FDP-Verkehrsminister Florian Rentsch für das vergangene Jahr deutlich weniger Ausnahmegenehmigungen. Insgesamt sei die Zahl der Starts und Landungen zwischen 23 und 5 Uhr um mehr als 40 Prozent von 1216 auf 712 gesunken, sagte Rentsch heute.

Die Airlines hätten nicht nur ihre Flugpläne und Betriebsabläufe an die strengen Nachtregelungen angepasst, lautet eine Begründung des Ministers. Das Ministerium habe zudem mit einer restriktiven Linie dafür gesorgt. Für den Frankfurter Flughafen gilt ein Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr.

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2013 gab es laut Statistik 279 verspätete Landungen zwischen 23 und Mitternacht (2012: 454) sowie 282 verspätete Starts (2012: 617). Hatte die Luftaufsicht 2012 noch an 71 Tagen Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23 Uhr erteilt, waren es 2013 nur noch etwa halb so viele (34).

Nachtflüge konzentrierten sich mehr und mehr an Tagen mit extremen Wetterlagen, erklärte Rentsch. Als Beispiel führt er den 13. März 2013 an, als heftige Schneefälle den Betrieb am Flughafen massiv beeinträchtigten und Tausende Fluggäste in Frankfurt strandeten. Wegen besonderer Härte erlaubte die Luftaufsicht damals 11 Maschinen noch den Start nach Mitternacht. Insgesamt habe es 2012 im vergangenen Jahr nur 13 solcher Ausnahmegenehmigungen gegeben.

Keine „Durchlöcherung“ des Verbots

Außerdem verzeichnete das Ministerium 52 Vermessungsflüge (2011: 52) der Deutschen Flugsicherung, 75 Starts und Landungen medizinischer Hilfsflüge (2012: 86) sowie elf Landungen aus meteorologischen, technischen oder sonstigen Sicherheitsgründen (2012: 5). In der Summe habe es im vergangenen Jahr im Schnitt nächtlich zwei Flugbewegungen zwischen 23 und 5 Uhr gegeben. Von einer „Durchlöcherung“ des Nachtflugverbots könne keine Rede sein, meinte Rentsch.

Sein designierter Nachfolger Tarek Al-Wazir hat die Verringerung des Fluglärms vor allem in den Nachtrandstunden zu seinem wichtigsten Ziel erklärt. Der Grünen-Politiker soll sein Amt am 18. Januar antreten. Dann konstituiert sich der neue Landtag in Wiesbaden.

dpa

Quelle: op-online.de

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