Neue Regeln ab 31. März

Dreiste Kunden zocken den RMV ab - jetzt kommen neue Regeln

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Der RMV berichtet von massiven Betrugsversuchen bei der 10-Minuten-Garantie

Wie viele Fahrten können Sie gleichzeitig schaffen, die auch noch zu spät sind? Die 10-Minuten-Garantie des RMV bietet Kunden die Möglichkeit der Rückerstattung - und des Betruges. Der RMV zieht deshalb die Notbremse.

Frankfurt - Manche kennen sie noch nicht einmal und manche reizen sie bis zur Grenze und darüber hinaus aus: Die 10-Minuten-Garantie des Rhein-Main-Verkehrsbundes (RMV) ermöglicht den Fahrgästen seit Juni 2017 eine teilweise oder ganze Rückerstattung ihrer Fahrtkosten ab einer zehnminütigen Verspätung am Zielort, wie fnp.de berichtete.

Die jeweiligen Preise gibt es auf derRMV-Seite als PDF-Dokument. Die maximale Rückerstattung liegt bei sechs Euro, in besonderen Fällen werden die Kosten für eine Fahrt mit dem Taxi bezahlt. Wie der RMV angibt, wurden seit dem Start dieses Angebot insgesamt bis Februar 2019 rund 1,5 Millionen Anträge gestellt.

Zahlreiche Betrugsversuche bei der RMV

Doch bei diesem Angebot wittern Betrüger offenbar ihre Chance und versuchen nicht selten, es zu ihrem Vorteil zu nutzen. Wie diehessenschau.de mitteilte, gelten beim RMV rund fünf Prozent der gestellten Erstattungsanträge als verdächtig, beziehungsweise "nicht plausibel".

Manche Fahrgäste sind dabei schon so dreist, dass man beinahe darüber lachen kann. Der Rekord für Erstattungsanträge von einem einzigen Antragssteller liegt bei 40 Fahrten an einem Tag. Diese fanden nicht nur gleichzeitig sondern auch an völlig verschiedenen Orten statt, schrieb der RMV auf seiner Homepage. Das ist wohl nicht mal mit mehreren persönlichen Klonen zu schaffen.

40 mutmaßliche Fahrten sind natürlich die Ausnahme, aber bis zu zehn angebliche Verspätungen sind keine Seltenheit. Das Problem dabei ist, dass unstimmige Anträge händisch von RMV-Mitarbeitern geprüft werden müssen, was natürlich einen enormen Zeitaufwand darstellt. Wie der RMV der hessenschau.de erzählte, steigt die Anzahl der Mogelversuche bezüglich dieser Garantie in den letzten Monaten erheblich.

Fahrgast muss von Notarzt an der Haltestelle Ostendstraße in S-Bahn behandelt werden - sämtliche S-Bahnen fahren nicht.

Neue Regelungen beim RMV ab dem 31. März

Da ist es kein Wunder, dass der RMV ab dem 31. März die Notbremse zieht, denn natürlich können nicht alle Betrugsversuche geahndet werden, der Schaden ist beträchtlich und beträgt seit Beginn der Aktion bis zu 250 000 Euro. Ab dem 31. März wird es jetzt nicht mehr möglich sein, mehr als drei Anträge pro Tag zu stellen, das sei aber nicht zum Schaden der Fahrgäste, denn 95 Prozent der Antragssteller blieben unter dieser Marke.

Zusätzlich können Zeitkarten-Kunden nur noch maximal ein Drittel des Kaufpreises zurückbekommen, da die meisten Betrugsversuche aus der Reihe der Fahrgäste mit Zeitkarte kämen - mit dieser könne man immerhin so viele Fahrten machen, wie man wolle.

(red)

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