Wasserverbrauch schnellt in die Höhe

Saharaluft über Hessen: Wetterdienst mit Hitzewarnung

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Eine Frau liegt in Frankfurt in einem Garten in einem aufblasbaren Swimmingpool und lässt es sich gut gehen.

Frankfurt/Offenbach - Kaum ist es warm, steigt in Hessen und ganz Deutschland logischerweise auch der Wasserverbrauch. Hauptgrund: Das häufige Duschen.

Die Temperaturen in Hessen steuern die 40 Grad-Marke an. Für morgen erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) bis zu 34 Grad, am Freitag soll es im Rhein-Main-Gebiet 37 Grad heiß werden und am Samstag bis zu 39 Grad. Für ganz Hessen giltt eine DWD-Hitzewarnung, am Donnerstag werde die Hitzebelastung extrem sein. Die Hitze lässt den Wasserverbrauch in Hessen und ganz Deutschland in die Höhe schießen - es wird mehr geduscht und im Garten mehr gewässert als sonst.  Auch in den Nächten werde das Thermometer mancherorts nicht unter 20 Grad sinken - die Meteorologen sprechen dann von Tropennächten. Die heiße Luft erreicht Hessen aus Afrika: Saharaluft werde angezapft und von Hitzehoch "Annelie" über Frankreich nach Deutschland geleitet, sagte DWD-Meteorologe Sebastian Schappert-

Bis zu 50 Prozent mehr Trinkwasser fließe bei Temperaturen um 30 Grad aus den Wasserhähnen, sagte Marten Eger, Vorsitzender des Fachbereichs Wasserwirtschaft im Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), der Deutschen Presse-Agentur. Einen Engpass gebe es aber nicht: "In Deutschland herrscht kein Wassermangel." Als einen Hauptgrund für den enormen Mehrverbrauch nennt Eger neben dem häufigeren Duschen die Jahreszeit: Frisch gesetzte und ausgesäte Pflanzen brauchten in der Wachstumszeit Wasser, und wenn Regen ausbleibe, werde in Gärten ausgiebig gewässert.

Bilder: Hitzewelle und Trockenheit in Hessen

Später im Jahr sei das anders: "Eine Woche Hitze im August hat nicht so viel Mehrverbrauch zur Folge." Im Schnitt verbrauchen die Menschen in den westlichen Bundesländern rund 120 Liter Trinkwasser täglich, im Osten sind es laut Eger nur 90 Liter pro Einwohner und Tag. Der Unterschied erkläre sich damit, dass nach der Wende im Osten viel Geld in die Erneuerung der maroden Netze geflossen sei, das bedeute weniger Wasserverlust auf dem Weg zum Verbraucher. In den Häusern seien viele Spararmaturen eingebaut worden, außerdem seien die Verbraucher im Osten "preissensibler".

dpa

Quelle: op-online.de

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