Einschätzung von Gefängnisleitern

IS-Häftlinge noch nicht organisiert

Frankfurt - Islamistische Häftlinge sind nach Einschätzung von Gefängnisleitern noch nicht als Gruppen organisiert.

„Bei fünf oder sieben inhaftierten IS-Mitgliedern könnte es ähnlich wie bei der RAF passieren, dass sie sich organisieren können“, sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Anstaltsleiter im Justizvollzug (BVAJ), Rolf Jacob, heute zum Abschluss einer fünftägigen Arbeitstagung in Frankfurt. Derzeit machten Straftäter mit islamistischem Hintergrund aber noch nicht einmal 0,5 Prozent der mehr als 61.000 Gefangenen in Deutschland aus. Ein hoher Anteil von Inhaftierten mit Migrationshintergrund vereinfache allerdings eine Radikalisierung.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann rechnet zudem mit einem deutlichen Anstieg islamistisch radikalisierter Gefangener. „Bereits aufgrund der aktuellen Rechtslage werden derzeit hessenweit 111 Verfahren mit 141 Beschuldigten geführt“, sagte die CDU-Politikerin bei der Vorstellung ihrer Bundesratsinitiative für ein bundesweites Netzwerk zur Deradikalisierung in Berlin.

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„Derzeit werden in Deutschland viele Maßnahmen gegen den islamistischen Terror unternommen“, sagte Kühne-Hörmann. „Die Sicherheitsbehörden organisieren sich entsprechend, und das Strafrecht wurde mit Blick auf die Ausreise zum Dschihad verschärft.“ Dies werde zahlreiche Menschen betreffen, „die wir in den nächsten Jahren im Strafvollzug haben werden“.

(dpa)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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