Konversionsobjekt in Niederrad

Das zweite Leben des Betons

Frankfurt - Lyoner Straße 30, Frankfurt-Niederrad: Hier werden Zahlen zu Realität. Das harte Klopfen schwerer Bohrhämmer trifft das Trommelfell, im Hintergrund ragt grau der einstige Verwaltungsbau der Victoria Versicherung in die Höhe.

Von ihm ist allerdings nur noch ein Skelett aus Stahlbeton übrig. So sieht die Geburt eines „Konversionsobjekts“ aus. Bis Ende 2015, Anfang 2016 soll sich der Koloss in ein schmuckes Appartementhaus mit 183 komplett möblierten Wohnungen - die Größe wird von 26 bis 55 Quadratmeter reichen - verwandelt haben. Auf dem Dach ist sogar noch Platz für Penthouse-Wohnungen. Die Wohnfläche des Riesen wird bei 7 500 Quadratmetern liegen. Gedacht, so Ingrid Hempel, Chefin des Frankfurter Immobilienentwicklers IHS Property Consultants GmbH, sind die Appartements für junge Leute, die als Berufseinsteiger zunächst keine großen Anschaffungen planen oder im Rahmen ihrer Ausbildung nur kurz in Frankfurt leben werden.

IHS hat das Konzept im Auftrag des Eigentümers entwickelt und zur Marktreife gebracht. Jetzt wird der Immobilienfonds AviaRent das Projekt fertigstellen und anschließend vermieten. IHS ist spezialisiert auf die Umwandlung alter Bürohäuser in Mietkomplexe.

Umwandlung boomt in Frankfurt

„Die Umwandlung boomt in Frankfurt“, sagt Hempel. Natürlich müsse man sich vor jedem derartigen Vorhaben fragen, ob die Sache lohne. Höhe der Räume, Qualität der Bausubstanz, Parkplätze, Lichtverhältnisse, Bautiefe, Lage der Aufzüge, Bauplatz und Bauphysik müssten mit den Erfordernissen eines Wohnquartiers vereinbar sein. Nicht zuletzt sei eine Prüfung des Baurechts unverzichtbar. So motiviere gerade ein „altes“ Baurecht, das noch eine hohe Ausnutzung des Geländes in Form von Wohnraum zulasse, Investoren zur Konversion. „Bei einem kompletten Neubau geht dieser große Vorteil in der Regel verloren“, sagt die Immobilienexpertin. Dies sei negativ für die Rendite.

„Es kostet meist nur unwesentlich weniger Geld, ein altes Gebäude umzuwandeln, als ein neues zu bauen. Vielleicht spart man ein wenig Zeit“, so Hempel. Bei dem Projekt in der Lyoner Straße werde AviaRent rund 30 Millionen für Grundstück und Umwandlung ausgeben.

Hempel schätzt die Zahl der Konversionsprojekte in Niederrad auf derzeit 15. „Bis vor Kurzem hat man abgewunken, wenn die Rede auf Niederrad gekommen ist. Das hat sich gründlich geändert. In den nächsten zwei Jahren sind die besten Lagen sicher vergeben“, schätzt die Umwandlungs-Fachfrau, die derzeit händeringend ein Konversionsobjekt in Offenbach, am besten in City-Lage, sucht.

Insgesamt glaubt sie allerdings nicht, dass man das Wohnraumproblem in Frankfurt allein durch die verstärkte Umwandlung von Büros in Wohnungen lösen kann. „Aber es ist ein Schritt unter vielen, mit denen wir den Mangel in den kommenden Jahren mindern können“, sagt Hempel.

mic

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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