Workshop mit 80 regionalen Akteuren

Frankfurt lädt zum Arbeiten ein

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Frankfurt/Offenbach - Mit Blick auf die Aufgaben der Zukunft hat sich die Rhein-Main-Region gestern buchstäblich an die Arbeit gemacht: 80 „Entscheider“ aus der gesamten Region trafen sich auf Einladung Frankfurts zu einem Workshop im Römer. Von Michael Eschenauer

Unter ihnen befanden sich die Oberbürgermeister der Städte Wiesbaden, Mainz, Aschaffenburg und Offenbach sowie die Landräte der Landkreise Bergstraße, Rheingau-Taunus und Odenwald. Während der eineinhalbstündigen Tagung drehten sich die Debatten in den Arbeitsgruppen darum, was man von der Idee der Region erwartet, wie gegenseitiges Verständnis gefördert, die Kooperation ausgebaut und die Konkurrenzfähigkeit im internationalen Wettbewerb gestärkt werden kann. Auch wurde die bessere Einbindung gerade kleinerer Kommunen debattiert. Formuliert wurden hier auch Hindernisse für die regionale Idee und Bereiche, in denen es gut, beziehungsweise nicht so gut läuft. Nun werden die Ergebnisse ausgewertet. Im Frühjahr soll ein Anschlusstreffen folgen, bei dem Ziele und Positionen definiert werden.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nannte im Anschluss als Gastgeber die Veranstaltung einen „wichtigen Etappensieg“ und identifizierte weitere Felder der Zusammenarbeit. Ganz oben stand offenbar in den Debatten die Schaffnung von bezahlbarem Wohnraum. Hier werde, so Feldmann, Frankfurt künftig nicht „vom hohen Ross“ agieren, sondern in Zusammenarbeit mit den Gremien vor Ort handeln. Damit unmittelbar verbunden seien Themen wie Fragen des öffentlichen Nahverkehrs und der weitere Aufbau der kulturellen Infrastruktur. Weiter thematisiert wurden der Abbau von Doppelstrukturen bei der regionalen Infrastruktur und mehr Transparenz des Handelns. „Es gehe darum, „kleine Fortschritte vor Ort als gemeinsame Erfolge zu feiern“. Ludger Stüve, Direktor des Regionalverbands, hatte zuvor auch den Fachkräftemangel als wichtige Herausforderung genannt und betont, dass die Firmen hier der Unterstützung bedürften. Natürlich, sagte der Frankfurter OB gegenüber unserer Zeitung, sei es in den Arbeitsgruppen auch um eine stärkere Steuerung des Wettbewerbs bei Gewerbe- und Grundsteuer gegangen. Er sei nicht so blauäugig, zu glauben, hier jede Konkurrenz verhindern zu können. Es sei aber denkbar, in einer „moderierten Konkurrenz“ Rahmengrößen festzulegen. Seine Reihenfolge: Kären, was die Region verbindet. Forderungen gegenüber dem Land Hessen artikulieren (Stichwort Kommunaler Finanzausgleich). Die eigenen Ressourcen formulieren. Und als Letztes notwendige Strukturen schaffen.

„Endlich gibt es spannendes Arbeiten statt immer nur Fototermine“, gab sich Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) zufrieden mit dem Treffen. Er zollte Feldmann „hohes Lob“. Als interessant bewertete er, dass in seiner Arbeitsgruppe vonseiten der Frankfurter Messe die Forderung nach einer Mehrzweckhalle am Kaiserlei erneut formuliert worden sei. Diese müsse allerdings subventionsfrei funktionieren, betonte Schneider.

Quelle: op-online.de

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